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		<title>Seeheimer Garrelt Duin weiterhin auf FDP-Kurs</title>
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		<pubDate>Sun, 02 Jan 2011 09:52:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>blinkfuer</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Ostfriesland]]></category>
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		<description><![CDATA[Immer wenn der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD, der auch gleichzeitig Sprecher des unternehmerfreundlichen Seeheimer Kreises ist, sich in der überregionalen Presse zu Wort meldet, wird einem bewusst, dass die einstige Arbeitnehmerpartei SPD sich immer noch auf den Pfaden ihres ehemaligen Vorsitzenden und Kanzlers Gerhard Schröder bewegt. Zumindest trifft das auf große Teile der Führungsriege der [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=blinkfuer.wordpress.com&amp;blog=9701225&amp;post=296&amp;subd=blinkfuer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.dielinke-leer.de/images/stories/gduin.jpg" alt="" hspace="3" vspace="3" width="113" height="140" align="left" />Immer  wenn der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD, der auch gleichzeitig  Sprecher des unternehmerfreundlichen Seeheimer Kreises ist, sich in der  überregionalen Presse zu Wort meldet, wird einem bewusst, dass die  einstige Arbeitnehmerpartei SPD sich immer noch auf den Pfaden ihres  ehemaligen Vorsitzenden und Kanzlers Gerhard Schröder bewegt. Zumindest  trifft das auf große Teile der Führungsriege der Partei zu. Steinmeier,  Gabriel, Steinbrück und auch Duin haben dazu beigetragen, den  Sozialstaat zu zerschlagen und immer noch nicht erkannt, dass ein  konsequenter Kurswechsel nötig ist, um die Partei wieder zu einer  Volkspartei werden zu lassen. Oskar Lafontaine hat dazu in einem  Interview mit der &#8222;Welt&#8220; folgendes festgestellt: &#8222;Die SPD-Führung hat  nicht den Ansatz einer Strategie, um wieder den Bundeskanzler zu  stellen, auch weil die gesamte Führungsriege Hartz IV, der Agenda 2010  und den Kriegseinsätzen zugestimmt hat und daher diese falsche Politik  nicht wirklich korrigieren will.&#8220;</p>
<p><img src="http://www.dielinke-leer.de/images/stories/spd-beton.jpg" alt="" hspace="3" vspace="3" width="510" height="382" align="left" /><br />
Garrelt Duin erklärte am 24. Dezember, dass die SPD an eine &#8222;negative  Einkommenssteuer&#8220; denke. Die Meldung der Deutschen Textservice  Nachrichtenagenturagentur  lautete:<br />
<em>&#8222;Der konservative SPD-Flügel “Seeheimer Kreis” will Geringverdiener  finanziell unterstützen und ihnen die Sozialabgaben bis zu einem  Einkommen von 1.500 Euro durch einen Steuerzuschuss ausgleichen. Das  geht nach Informationen der “Rheinischen Post” (Freitagausgabe) aus  einem Positionspapier des SPD-Wirtschaftsexperten und  Seeheimer-Sprechers Garrelt Duin hervor. “Die Idee heißt brutto für  netto”, zitiert die Zeitung Duin. Für Menschen, die mindestens 30  Stunden pro Woche arbeiteten und dafür einen Lohn bekämen, der zum Leben  nicht ausreiche, müsse eine “negative Einkommensteuer” eingeführt  werden, heißt es in dem Papier. Das von Ökonomen erdachte Modell sieht  für Geringverdiener, die keine Steuern zahlen, aber durch  überproportionale Sozialabgaben belastet sind, Steuergutschriften vor.  Nach den Berechnungen Duins würde der Staat beispielsweise einem ledigen  Arbeitnehmer, der 800 Euro brutto monatlich verdient, die  Sozialversicherungsbeiträge komplett ersetzen. So werde der Bruttolohn  zum Nettolohn. Die SPD will Ende Januar ein umfassendes Steuerkonzept  vorstellen.&#8220;</em><br />
Eine solche Meldung wird Freude bei den Unternehmern auslösen, besonders  bei solchen, die Hungerlöhne zahlen und sich gegen die Einführung von  Mindestlöhnen vehement sträuben. Wenn es nach Duin und Co gehen würde,  wird der in vielen europäischen Ländern verpflichtend eingeführte  Mindestlohn, weiterhin auf die lange Bank geschoben und der Staat,  sprich der Steuerzahler, soll dafür aufkommen, dass bundesdeutsche  Unternehmer ihre Beschäftigten bis zum Sankt Nimmerleinstag mit prekären  Löhnen abspeisen können.<br />
Seit dem Ende der 1990er, zeitgleich mit dem Beginn der  SPD-Grünen-Koalition, ist eine erhebliche Ausweitung des  Niedriglohnsektors zu beobachten. Aktuelle Zahlen belegen, dass jeder  vierte Beschäftigte (das waren 2008 6,6 Millionen) für Niedriglöhne  arbeitet. Die Ursachen für das Wachsen des Niedriglohnsektors liegen in  den arbeitsmarktpolitischen Gesetzen, die besonders in der  Regierungszeit von Gerhard Schröder getroffen wurden:<br />
- Mit der Einführung von Hartz I wurden wesentliche Restriktionen im Bereich der Leiharbeit aufgehoben.<br />
- Mit Hartz II wurden so genannte Minijobs eingeführt, die dazu führen,  dass immer mehr geringfügig Beschäftigte &#8211; statt Vollzeitkräfte &#8211;  eingestellt wurden, da für diese keine Abgaben anfallen.<br />
- Die Privatisierung von Aufgaben, die vorher vom Staat, den Ländern und  den Kommunen wahrgenommen wurden, fielen dem Outsourcing zum Opfer und  bedeuten für die Beschäftigten schlechtere Arbeitsbedingungen und  Lohnkürzungen. Das Outsourcing hat ebenfalls in der Privatwirtschaft  stattgefunden und &#8222;zielt auf die Reduzierung von Kosten, indem  Tätigkeiten durch die Auslagerung aus dem Hoch- und Mittellohnbereich in  den Niedriglohnbereich verschoben wurden.&#8220;(nach Kai Eicker-Wolf:  Niedriglöhne in Deutschland, Lunapark 21, Heft 12 , S. 20 ff.)<br />
Menschen, die einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen, sollen davon leben  können und müssen nicht gezwungen sein zusätzlich aufzustocken. Eine  &#8222;negative Einkommenssteuer&#8220;, wie sie Duin fordert, wird den bereits  unterbezahlt Beschäftigten nicht großartig weiterhelfen, sondern dazu  führen, dass die Unternehmer weiterhin verstärkt Arbeitsplätze im  Niedriglohnsektor anbieten, weil der Staat dann dafür sorgt, dass prekär  Beschäftigte steuerlich &#8222;besser gestellt&#8220; werden.<br />
DIE LINKE fordert seit ihrer Gründung die Einführung eines staatlich  garantierten Mindestlohns nach französischem Vorbild von 10 Euro pro  Stunde , der Jahr für Jahr zumindest in dem Maße wächst, wie die  Lebenshaltungskosten steigen. Wenn in einer Branche der unterste  Tariflohn über dem gesetzlichen Mindestlohn liegt, soll dieser für  allgemeinverbindlich erklärt werden. Dazu ist die  Allgemeinverbindlichkeitserklärung auch ohne Zustimmung der  Arbeitgeberverbände zu erleichtern.<br />
Garrelt Duin hat sich wieder einmal als der geoutet, der er in  Wirklichkeit ist, nämlich als Vertreter der Kapitalseite, dem die  Interessen der arbeitenden Menschen und der sozial Benachteiligten  überhaupt nicht interessieren. Vielleicht sollten die ostfriesischen  SPD-Mitglieder sich einmal darüber Gedanken machen, ob sie  Duin bei den  nächsten Bundestagswahlen wieder als Kandidaten aufstellen oder  vielleicht jemanden finden, der ursozialdemokratische Prinzipien  verkörpert.</p>
<p>(TK)</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/blinkfuer.wordpress.com/296/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/blinkfuer.wordpress.com/296/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/blinkfuer.wordpress.com/296/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/blinkfuer.wordpress.com/296/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/blinkfuer.wordpress.com/296/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/blinkfuer.wordpress.com/296/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/blinkfuer.wordpress.com/296/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/blinkfuer.wordpress.com/296/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/blinkfuer.wordpress.com/296/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/blinkfuer.wordpress.com/296/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/blinkfuer.wordpress.com/296/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/blinkfuer.wordpress.com/296/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/blinkfuer.wordpress.com/296/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/blinkfuer.wordpress.com/296/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=blinkfuer.wordpress.com&amp;blog=9701225&amp;post=296&amp;subd=blinkfuer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Schwarz-Rot-Senf</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Jun 2010 17:00:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>blinkfuer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Landkreis Leer]]></category>
		<category><![CDATA[News]]></category>
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		<description><![CDATA[Betreff: Wichtige Information des Bundesministerium für Verkehr INFORMATIONSAUSGABE &#8211; STRASSENVERKEHRSAMT &#8211; JUNI 2010 In Deutschland hat sich die Qualität der Pkw- und Lkw-Fahrer deutlich verschlechtert. Aus diesem Grund hat das Straßenverkehrsamt ein neues System eingeführt um die schlechten Fahrer zu identifizieren. Mit sofortiger Wirkung werden allen Fahrern, die sich im Straßenverkehr schlecht benehmen -unter anderem [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=blinkfuer.wordpress.com&amp;blog=9701225&amp;post=293&amp;subd=blinkfuer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>Betreff: Wichtige Information des Bundesministerium für Verkehr</div>
<div></div>
<div>INFORMATIONSAUSGABE &#8211; STRASSENVERKEHRSAMT &#8211; JUNI 2010</div>
<div></div>
<div>In Deutschland hat sich die Qualität der Pkw- und Lkw-Fahrer deutlich</div>
<div>verschlechtert. Aus diesem Grund hat das Straßenverkehrsamt ein neues</div>
<div>System eingeführt um die schlechten Fahrer zu identifizieren.</div>
<div>Mit sofortiger Wirkung werden allen Fahrern, die sich im Straßenverkehr</div>
<div>schlecht benehmen -unter anderem durch plötzliches Anhalten, zu dichtes</div>
<div>Auffahren, Überholen an gefährlichen Stellen, Abbiegen ohne zu</div>
<div>blinken, Drehen auf Hauptstrassen und rechts</div>
<div>überholen- Fahnen ausgehändigt. Sie sind rot, mit einem schwarzen</div>
<div>Streifen oben und einem gelben Streifen unten. Dadurch sind sie für</div>
<div>andere Verkehrsteilnehmer als unfähige Autofahrer zu identifizieren.</div>
<div>Diese Fahnen werden an der Autotuer befestigt und müssen für alle</div>
<div>anderen Verkehrsteilnehmer gut sichtbar sein.</div>
<div></div>
<div>Die Fahrer, die eine besonders schwache Leistung gezeigt haben, müssen</div>
<div>je eine Fahne auf beiden Seiten ihres Autos befestigen, um auf ihre</div>
<div>fehlende Fahrkunst und ihren Mangel an Intelligenz aufmerksam zu machen.</div>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/blinkfuer.wordpress.com/293/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/blinkfuer.wordpress.com/293/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/blinkfuer.wordpress.com/293/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/blinkfuer.wordpress.com/293/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/blinkfuer.wordpress.com/293/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/blinkfuer.wordpress.com/293/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/blinkfuer.wordpress.com/293/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/blinkfuer.wordpress.com/293/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/blinkfuer.wordpress.com/293/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/blinkfuer.wordpress.com/293/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/blinkfuer.wordpress.com/293/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/blinkfuer.wordpress.com/293/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/blinkfuer.wordpress.com/293/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/blinkfuer.wordpress.com/293/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=blinkfuer.wordpress.com&amp;blog=9701225&amp;post=293&amp;subd=blinkfuer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Henning Mankell: »Ich war dort«</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Jun 2010 07:32:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>blinkfuer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Israel]]></category>
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		<category><![CDATA[Palästina]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[»Ich war dort«    junge Welt-Bericht Augenzeugenbericht. Wie der schwedische Schriftsteller Henning Mankell den israelischen Angriff auf die Gaza-Hilfsflotte erlebt hat – und wie ihn Journalisten in Berlin befragen junge Welt dokumentiert die Pressekonferenz des schwedischen Schriftstellers Henning Mankell am Donnerstag nachmittag im Großen Saal der Berliner Volksbühne, in dem sich »eine knappe Hundertschaft Journalisten und [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=blinkfuer.wordpress.com&amp;blog=9701225&amp;post=287&amp;subd=blinkfuer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>»Ich war dort«    <strong>junge Welt</strong>-Bericht</h1>
<h2>Augenzeugenbericht. Wie der schwedische Schriftsteller Henning  Mankell den israelischen Angriff auf die Gaza-Hilfsflotte erlebt hat –  und wie ihn Journalisten in Berlin befragen</h2>
<div>
<div>
<table style="height:6px;" width="3" summary="Designtabelle">
<tbody>
<tr>
<td></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>
<h5>junge Welt dokumentiert die Pressekonferenz des schwedischen Schriftstellers Henning Mankell am Donnerstag nachmittag im Großen Saal der Berliner Volksbühne, in dem sich »eine knappe Hundertschaft Journalisten und Kameraleute versammelt« (Spiegel online) hatte. Bild (Freitagausgabe) erklärte den Bestsellerautor ob seiner Ausführungen (»steigert sich immer mehr in seine absurde Wut auf Israel hinein«) zum »Verlierer des Tages«. Die Süddeutsche Zeitung meldete, Mankell habe »mit einem Furor über den grauenhaften Morgen im Mittelmeer« gesprochen. Der Autor verdiene viele Millionen mit Krimis und leiste sich den Luxus, ein linker Moralist zu sein.</h5>
<p>Ich bin nicht verpflichtet, diese Stellungnahme abzugeben. Aber wie der Zufall es will, bin ich heute in Berlin und ich wollte, wenn möglich, einige Journalisten treffen. Denn ich hatte schon gesehen, daß viel veröffentlicht worden war, was aber vielleicht nicht ganz richtig ist. Ich habe etwas, das Sie nicht haben: Ich war dort.</p>
<p>Ich war an Bord eines der Schiffe, die mitten in der Nacht angegriffen wurden. Ich habe es gesehen. Ich habe es gehört. Ich habe es miterlebt. Ich habe nicht alles gesehen. Es gibt vieles, worüber ich nicht reden kann, weil ich es nicht gesehen habe. Aber von den Dingen, die ich gesehen, gehört und erlebt habe, kann ich Zeugnis ablegen.</p>
<p>Und ich kann ihnen eins versprechen: Ich werde ihnen nichts erzählen, was nicht wahr ist. Ich beteilige mich seit fast 40 Jahren an der politischen Diskussion in Schweden und der Welt. Ich habe mein Herz niemals an irgendeine Lüge gehängt. Ich glaube nicht, daß die Lüge ein Mittel der Demokratie ist. Deswegen ziehe ich es vor, zu sagen »Ich weiß es nicht«, »Ich kann das nicht beantworten« oder »Ich habe nicht die leiseste Ahnung«, bevor ich ihnen eine halbwahre Antwort gebe. Das werde ich nicht tun. (…)</p>
<p>Wie Sie alle wissen, ist die Idee des Konvois aus dem Krieg gegen Gaza heraus entstanden, der die Palästinenser im Gazastreifen hinter der Blockade wie hinter einer Mauer völlig isolierte. Vor ungefähr einem Jahr entstand der Wunsch, diese Blockade gegen die Palästinenser in einem Akt der Solidarität und der humanitären Hilfe zu brechen, um deutlich zu machen, daß sie unrechtmäßig und unmenschlich ist. Das konnte nur auf dem Seeweg gelingen. Deswegen nannten wir die Kampagne »Ein Schiff nach Gaza«.</p>
<p>Ich war an Bord eines Schiffes namens »Sophia«. Es war ein Frachtschiff, ein kleines Fahrzeug. Ich war nicht auf dem größeren Passagierschiff, deswegen kann ich nicht bezeugen, was dort passiert ist. Aber von der kleinen »Sophie« aus sahen wir, was dort in etwa einem Kilometer Entfernung geschah. Ich war auf der »Sophia«, weil sie sozusagen ein schwedisches Schiff war. Es ist mit schwedischem Geld finanziert worden. Viele haben kleine Summen gespendet, um das möglich zu machen. Es hatte Zement, Baumate­rial und Fertighäuser geladen.</p>
<p>Wir waren etwa 25 Personen an Bord. Die Besatzung bestand aus Griechen, außerdem aus mir, einem schwedischen Arzt, einem schwedischen Abgeordneten der Grünen und anderen. Wir befanden uns in internationalen Gewässern und waren auf dem Weg, die Blockade zu brechen. Wir gingen aber davon aus, daß wir noch etwa zwei Stunden weiterfahren mußten, bevor wir uns den von Israel beanspruchten Gewässern nähern würden.</p>
<p>Um vier Uhr morgens wurde ich von jemandem geweckt, der mir mitteilte, daß die »Mavi Marmara« angegriffen wurde. Wir konnten die Scheinwerfer von Hubschraubern sehen und Gewehrfeuer hören. Wir konnten aber nicht herausfinden, was genau geschah, weil die Kommunikation lahmgelegt war. Wir konnten unsere Telefone nicht benutzen und uns auch sonst nicht verständigen. Das hatte das israelische Militär besorgt. Erst zwei Tage später, als ich an Bord des Lufthansa-Flugzeugs ging, erfuhr ich, daß zehn Menschen getötet worden waren. Das wußte ich vorher nicht.</p>
<p>Wir stellten also fest, daß sich das israelische Militär entschieden hatte, den Konvoi in internationalen Gewässern zu attackieren. Um 4.35 Uhr griffen sie dann unser Frachtschiff an. Wir hatten uns entschieden, keinerlei Widerstand zu leisten. Wir standen auf der Brücke. Dann enterten die Kommandosoldaten das Schiff. Sie trugen Maschinenpistolen und waren alle maskiert. Ich weiß nicht, wie viele es waren, aber es waren auch Frauen darunter. Sie kamen hoch auf die Brücke, waren sehr aggressiv und riefen: »Ihr müßt hier runter!«</p>
<p>Wir hatten auch ältere Leute unter uns, die vielleicht nicht so schnell zu Fuß waren. Einem von ihnen wurde mit einem Elektroschocker in den Arm geschossen und er ging vor Schmerzen zu Boden. Ein anderer Mann wurde von einem Gummigeschoß getroffen und ging ebenfalls zu Boden. Dann wurden wir nach unten an Deck gebracht und mußten uns zusammen hinsetzen. Die Soldaten durchsuchten das Schiff.</p>
<p>Nach einer gewissen Zeit – ich kann nicht sagen, wieviel – kamen sie zurück und einer sagte auf Englisch: »Wir haben Waffen an Bord gefunden!« Wir fragten: »Was für Waffen? Es gibt keine Waffen an Bord dieses Schiffes.« Dann zeigte er uns einen Naßrasierer. Meinen Rasierer. Dann zeigte er ein kleines Kartonmesser aus der Küche, das dem ägyptischen Koch dazu diente, Vorratskartons zu öffnen. »Ihr werdet jetzt hier sitzen bleiben, und wir bringen das Schiff nach Israel.«</p>
<p>Das geschah in internationalen Gewässern und das heißt, daß die Soldaten wie Piraten gehandelt haben. Das war ein Akt der Seepiraterie. Und in dem Moment, als sie das Schiff übernahmen, wurden wir nach internationalem Recht praktisch entführt. Wir saßen elf Stunden lang am selben Ort. Ohne Verpflegung, wir hatten nur Wasser und trockenes Brot in der Sonne. Dann wurden wir irgendwo hingebracht, ich weiß immer noch nicht, wie der Hafen heißt.</p>
<p>Als wir an Land gebracht wurden, geschah etwas, das ich nie vergessen werde. Wir wurden einer nach dem anderen in einem wahren Spießrutenlauf in das vorgesehene Gefängnis geführt. Zu beiden Seiten standen Soldaten. Überall waren Kameras, aber nur vom Militär, soweit ich sehen konnte. Alles illegal. Das habe ich gesehen, das ist mit mir geschehen.</p>
<p>Außerdem kann ich bezeugen, daß die Soldaten sich niemals ausgewiesen haben. Sie haben uns die ganze Zeit gefilmt, obwohl die Genfer Konvention vorschreibt, daß Zivilisten nicht so behandelt werden dürfen. Und ich kann bezeugen, daß sie alles gestohlen haben, was ich hatte. Sie haben meine Kamera gestohlen, mein Telefon, mein Geld, meine Kreditkarte, meine Kleidung, alles. Und sie haben auch die Computer und Telefone der anderen gestohlen.</p>
<p>Ein Polizist sprach mich an – jedenfalls nehme ich an, daß er einer war, er trug Zivilkleidung: »Entweder schieben wir Sie ab oder Sie kommen ins Gefängnis.« Ich fragte: »Wessen werde ich denn beschuldigt?« Er sagte: »Sie sind illegal nach Israel eingereist.« Ich antwortete: »Wovon reden Sie? Ich wurde entführt und gezwungen, herzukommen.« Danach weigerte er sich, weiter mit mir zu reden.</p>
<p>Ich wurde in ein Abschiebegefängnis gebracht. Wir waren zu acht in einem sehr kleinen Raum. Wir bekamen etwas zu essen und etwas Wasser. Wir wurden nicht geschlagen. Wir warteten darauf, Kontakt zu unserer Botschaft aufnehmen zu können. Ich war mit dem schwedischen Abgeordneten zusammen, dem es schließlich gelang, Kontakt zur Botschaft herzustellen. Wir blieben eine Nacht in dem Gefängnis und wurden am nächsten Tag zum Lufthansa-Flug gebracht. Ich bin ohne Socken an Bord gegangen, weil sie auch meine Socken gestohlen hatten. Eine sehr interessante Situation, muß ich zugeben. In der Business Class war aber eine sehr nette Dame, die mir ein Paar Socken gab. Wenigstens konnte ich Israel mit Socken an den Füßen verlassen. (…)</p>
<p>Wenn diese Leute uns wirklich aufhalten hätten wollen, hätten sie es dort tun sollen, wo die Territorialgewässer von Israel und Palästina beginnen. Und sie hätten es sehr leicht tun können, indem sie Ruder und Propeller des Schiffes beschädigen. Dann hätten wir nichts tun können und sie hätten uns hinschleppen können, wo sie wollen. Aber sie zogen es vor, Kommandotruppen zu schicken, um uns anzugreifen. Das war die Entscheidung Israels.</p>
<p>Ich kann Ihnen nicht erklären, was auf dem Schiff passiert ist, auf dem die zehn Menschen starben. Aber ich kann Ihnen sagen, daß die zehn Toten keine Israelis sind. Sie sind Menschen, die mit Gütern für die Palästinenser in Gaza kamen.</p>
<p>Jetzt nehme ich gerne Ihre Fragen entgegen.</p>
<p>Frage von Julia Niedhammer (RBB): Es gibt im Moment viel Kritik an Israel. Manchmal verwandelt sich diese Kritik schon in Haß. Was denken Sie darüber?</p>
<p>Ich glaube nicht an Haß. Ich glaube nicht, daß Haß ein gutes politisches Werkzeug ist, um die Welt zu verbessern. In dieser Situation denke ich, daß sich die Israelis durch die dummen und gefährlichen Entscheidungen, die sie getroffen haben, selbst in diese Ecke manövriert haben. Sie hätten sich anders entscheiden sollen. Sie hätten sich anders entscheiden können.</p>
<p>Wir haben Fernsehbilder von den Kommandosoldaten gesehen, die sich auf das große Schiff abseilten und zusammengeschlagen wurden. Also, sagen die Soldaten, mußten wir uns verteidigen. Die Frage ist: Haben die Passagiere versucht, zu den Hubschraubern hochzuklettern oder sind die Soldaten heruntergekommen? In internationalen Gewässern. Die Frage beantwortet sich selbst: Wer hat wen angegriffen? Und ich sage Ihnen eins: Wenn ich auf meinem Boot in internationalen Gewässern angegriffen würde, würde ich wenigstens versuchen, mich zu verteidigen.</p>
<p>Sie sagen, es gibt viel Haß. Das ist vielleicht verständlich, aber bedauerlich. Ich glaube nicht an diesen Haß. Aber vielleicht kann er die Israelis dazu zwingen, erstens diese Blockade zu beenden und zweitens einen Dialog zu beginnen, um die Probleme zu lösen, die wir haben.</p>
<p>Lassen Sie es mich gleich sagen: Ich bin sehr kritisch gegenüber den Handlungen der Hamas in Gaza. Ich bin kein unkritischer Freund der Hamas. Aber wir müssen mit ihr sprechen. Wir müssen den Dialog führen, um diese unerträgliche Lage zu beenden. Es tut mir leid, daß es den Haß gibt, aber ich denke, die Israelis müssen vor ihrer eigenen Tür kehren. Wir haben mit dem Haß nicht angefangen.</p>
<p>Frage von David Nauer (Tagesanzeiger, Schweiz): Ihr Schriftstellerkollege Leon de Winter sagte, die Passagiere auf den Schiffen hätten Lieder gesungen wie »Tod den Juden«, als sie in Zypern ausliefen. Haben Sie davon etwas mitbekommen?</p>
<p>Hand aufs Herz: Nein. Auf der ganzen Reise habe ich keine vergleichbaren Ausdrücke gehört. Nie. Ich kann für das Schiff sprechen, auf dem ich war. Und ich habe es auch nicht aus der Ferne gehört. Wenn das gesungen worden wäre, wäre das fürchterlich falsch gewesen. Ich wäre sehr wütend, wenn das wahr wäre. Denn das verließe den gemeinsamen Boden unserer humanitären Mission.</p>
<p>Frage eines Freelancers: Wie würden Sie Ihre politische Haltung gegenüber Israel vor diesen Geschehnissen beschreiben? Würden Sie sich vor dem Hintergrund Ihrer politischen Sozialisation als Antizionisten bezeichnen?</p>
<p>Ich wurde in demselben Jahr geboren, in dem Israel gegründet wurde: 1948. Ich habe mein ganzes Leben mit diesem Konflikt gelebt. Und ich will nicht damit sterben. Ich hoffe, daß ich noch eine Lösung dafür erlebe. Was ist die Lösung dieses Konflikts? Ganz ehrlich: Wir können eins sagen – die heutige Lage ist unerträglich, sie ist nicht die Lösung. Dann müssen wir also diskutieren, ob sie überhaupt in zwei Staaten liegt oder ob wir nach einer südafrikanischen Lösung suchen müssen. Ich weiß es nicht.</p>
<p>Es ist die Aufgabe der Israelis und der Palästinenser, sie zu finden, mit unserer Unterstützung, in einem Dialog, nicht in einem Krieg. Ich muß glauben, daß es eine Lösung gibt. Ich glaube, daß wir durch den demokratischen Dialog eine Lösung für jedes Problem auf der Welt finden können. Natürlich bin ich kein Antisemit, auch wenn manche mich so beleidigen. Aber ich bin gegen die heutige Politik Israels gegenüber den Palästinensern. Dagegen bin ich, denn das ist eine Art von Apartheidpolitik. Ich war gegen die Apartheid in Südafrika, und ich bin heute gegen die Apartheid.</p>
<p>Frage von Janita Hämäläinen (Spiegel TV): Sie haben gesagt, daß Sie weit weg waren von dem Ausbruch der Gewalt. Aber inzwischen müssen Sie doch auch das Videomaterial vom Deck der »Marmara« gesehen haben, auf dem wir Aktivisten israelische Soldaten angreifen sehen. Was ist Ihre Reaktion auf dieses Material? Würden Sie sagen, daß es naiv war, an der Aktion teilzunehmen?</p>
<p>Ich kann Ihnen versichern, daß ich nicht naiv bin. Wenn man seit 25, 30 Jahren in Afrika lebt, dann macht einen das jedenfalls nicht naiv. Zu den anderen Frage: Ich bin vor zwei Tagen spät in der Nacht zurückgekehrt und habe seitdem fast Tag und Nacht mit Ihren Kollegen gesprochen. Ich habe nicht sehr viel Videomaterial gesehen. Ich habe ein paar Minuten gesehen.</p>
<p>Darauf sehe ich keine Personen, die Seile hoch zu den Soldaten in den Hubschraubern klettern. Ich sehe Soldaten mit Maschinenpistolen, die sich abseilen, und Menschen, die sie angreifen. Was ich auch tun würde, wenn ich auf einem Schiff in internationalen Gewässern angegriffen würde. Ich habe nicht gesehen, was für Waffen sie benutzen, aber ich habe keine Schußwaffen gesehen.</p>
<p>Und schließlich weiß ich heute, daß die zehn Toten keine Israelis sind. Kurz bevor ich nach Berlin aufgebrochen bin, hat mir einer der Schweden erzählt, die an Bord jenes Schiffes waren, daß er Tote mit Kopfschüssen in die Stirn gesehen hat, was nicht passiert, wenn ein Soldat um sein Leben kämpft. Dann ist er nicht mehr so zielsicher. Wir müssen abwarten, was die Zeugen darüber erzählen. Wir wissen es noch nicht.</p>
<p>Frage von Bettina Marx (Deutsche Welle): Denken Sie darüber nach, Israel zu verklagen? Wußten die Soldaten, wer Sie sind, als sie Sie an Land brachten? Wie reagierten sie?</p>
<p>Ich denke, wir sollten uns fragen, ob es nicht möglich ist, zumindest das israelische Militär vor den Internationalen Gerichtshof in Den Haag zu bringen. Ich denke, das wäre möglich, denn sie haben uns angegriffen, einen Akt der Piraterie begangen und Menschen entführt – in internationalen Gewässern. Für mich ist es zu früh, um zu sagen, ob das getan werden muß. Aber es ist möglich, und dann sollte es vielleicht auch gemacht werden.</p>
<p>Als wir in der Nacht unterwegs waren, da waren wir sicher, daß die Israelis genau wußten, wo wir waren und wer an Bord war. Der Mossad hat einen sehr guten Ruf als sehr geschickter Geheimdienst. Als sie mich an Land gebracht haben, kam sofort ein Mann vom israelischen Außenministerium und wich nicht mehr von meiner Seite. Natürlich wußten sie, wer ich bin.</p>
<p>Frage von Alan Posener (Die Welt): Sind Sie sich darüber im klaren, daß die IHH, die türkische Organisation, die die »Marmara« ausgestattet hat, in der ganzen Welt als Finanzier des islamischen Terrorismus bekannt ist? Das müssen Sie gewußt haben, bevor Sie ausliefen, denn dieses Schiff führte die Flottille an. Wie können Sie sagen, daß Sie nicht wußten, was auf diesem Schiff geschah, wenn es von einer Organisation gechartert war, die in Deutschland als Finanzier von terroristischen Operationen bekannt ist? Kennen sie Lenins Wort von den nützlichen Idioten? Denken Sie nicht, daß die Hamas ein oder zwei Seiten Lenin gelesen hat?</p>
<p>Ich nehme hin, daß Sie sehr aggressiv sind. Wenn Sie das wollen. Mir ist das egal.</p>
<p>Alan Posener: Ich bin nicht aggressiv, ich stelle nur eine Frage.</p>
<p>Fragen können auch aggressiv sein. Aber ich werde Ihnen antworten, wenn Sie etwas Geduld haben. Als das Projekt aufgebaut wurde, war eine der ersten Grundlagen, daß es ausschließlich mit humanitären Mitteln arbeiten sollte. Wenn Ihre Anschuldigungen sich als wahr herausstellen sollten, kann ich Ihnen versichern, daß ich sehr wütend sein und entsprechen reagieren werde.</p>
<p>Als zweites werde ich eine Frage beantworten, die Sie nicht gestellt haben. Nur um sicherzugehen, daß Sie wissen, wer ich bin. Ich bin sehr kritisch gegenüber der Hamas und dem, was sie im Gazastreifen tut. Bevor wir aufbrachen, bekam ich Fragen wie diese gestellt: »Denken Sie nicht, daß es naiv ist, zu glauben, daß die Hamas kein Kapital aus dem schlägt, was Sie ins Land bringen?« Ich antwortete: »Natürlich kann ich nicht garantieren, daß das nicht geschieht.« Aber ich sage Ihnen eins: Wenn das Haus brennt, müssen Sie Wasser holen. Woher das Wasser kommt, ist eine nachrangige Frage. Natürlich kann ich nicht garantieren, daß die Hamas nichts getan hätte.</p>
<p>Nein, ich glaube nicht, daß ich ein nützlicher Idiot bin. Wenn jetzt Menschen auf der ganzen Welt von Israel verlangen, die Blockade von Gaza sofort zu beenden, denke ich: Wow, das ist sehr gut. Das war jedenfalls eins der Ziele, die wir hatten. Mal sehen, was wir noch schaffen. Nein, ich glaube nicht, daß ich ein nützlicher Idiot bin. Ich ziehe es vor, keiner von diesen nützlichen Idioten zu sein, die überall herumsitzen und jetzt zynisch behaupten, daß Solidarität nichts wert sei. Zu denen möchte ich lieber nicht gehören. Ich bin einigermaßen schlau und ich weiß auch, wie ich das einsetzen kann.</p>
<p>(…)</p>
<p>Frage: Was haben Sie erwartet, was passieren würde? Kam die Gewalt überraschend für Sie?</p>
<p>Ich sagte schon, daß ich nicht naiv bin und kein nützlicher Idiot. Was bin ich also? Ich denke, ich bin ein Realist. Ich erwartete, daß die Israelis die Marine benutzen würden, um den Konvoi zu stoppen. Ich dachte, sie würden das dort tun, wo sie das Recht dazu haben. Und ich dachte, sie seien schlau genug, keine Gewalt gegen Menschen einzusetzen, sondern gegen die Schiffe. Sie hätten sehr leicht auf das Ruder oder den Propeller zielen können, und die Schiffe wären nicht mehr in der Lage gewesen, weiterzufahren. Dann hätten sie die Schiffe wegschleppen können und fertig. Das wäre passiert, wenn sie etwas schlauer gewesen wären. Jedenfalls hätte ich das getan, wenn ich Marineoffizier in Israel wäre. Aber einen friedlichen Konvoi anzugreifen, so auszurasten und so tief zu sinken, Mord zu begehen. Jedenfalls denke ich, daß es das ist, was sie auf diesem Schiff getan haben. Wir werden das noch herausfinden. Ich verstehe nicht, warum sie so große Gewalt angewendet haben und in dieser Weise. Das war das Dümmste, was sie tun konnten. Ich denke, in der israelischen Regierung wird jetzt hart darüber diskutiert, warum sie sich so entschieden haben. Wir werden das in den nächsten Tagen herausfinden. Ich verstehe nicht, warum sie sich so entschieden haben und hatte etwas anderes erwartet: Gewalt ja, aber gegen die Schiffe, nicht gegen die Menschen. (…)</p>
<p>Frage eines norwegischen Journalisten: Was werden Ihre nächsten Schritte im Kampf für die Menschen in Gaza sein? Würden Sie Intellektuelle in anderen Ländern ermutigen, israelische kulturelle und akademische Institutionen zu boykottieren? Das wird in Norwegen gerade diskutiert. Werden Sie Ihre Erfahrungen in einem Buch verarbeiten?</p>
<p>Was wird jetzt passieren? Wir wissen es nicht. Keiner weiß das. Aber ich denke, es wird viel passieren. Ich denke, die Geschehnisse haben vielen Menschen die Augen geöffnet. Ich denke, daß die Diskussion über einen Boykott wiederkehren wird. Sie wissen so gut wie ich, daß Boykotte nicht immer erfolgreich sind. Wir haben Erfahrungen, wo sie gut geklappt haben und wo sie überhaupt nicht geklappt haben. Aber wir müssen darüber sprechen. Wir müssen dringend eine Lösung für die untragbare Lage im Gazastreifen finden. Wir müssen uns alle daran beteiligen. (…)</p>
<p>Ich denke, wir müssen trotzdem weiter an einer Lösung arbeiten. So ist das eben. Politische Veränderungen sind Prozesse. Man macht nicht eine Aktion und geht dann nach Hause ins Bett. Es muß weitergehen. Ob meine Erfahrungen in einem Buch auftauchen werden, weiß ich nicht. Jetzt trauere ich um die Toten. Und ich bin wütend darüber, wie Menschen zusammengeschlagen wurden.</p>
<p>Frage von Rüdiger Göbel (junge Welt): Wenigstens ein Journalist sollte Ihnen für Ihren Mut danken, versucht zu haben, die Blockade zu brechen. – Es ist immer noch ein Schiff unterwegs, um die Blockade zu brechen, die irische »Rachel Corrie«. Meinen Sie, die Besatzung sollte wegen der Gefahren abbrechen? Die internationale Free-Gaza-Kampagne hat heute angekündigt, im September oder Oktober weitere Schiffe zu schicken. Werden Sie an dieser Reise teilnehmen?</p>
<p>Sie haben recht. Es waren sechs Schiffe, die angegriffen wurden, aber es sollten sieben sein. Die »Rachel Corrie« hatte Probleme, sie war zu der Zeit in Malta, glaube ich. Jetzt ist sie unterwegs, und ich denke natürlich, daß sie die Reise fortsetzen wird. Ich bin ziemlich sicher, daß die Israelis die Menschen auf diesem Schiff nicht angreifen werden. Was passieren wird, weiß ich auch nicht. Vielleicht machen sie jetzt das, womit ich ursprünglich gerechnet hatte, und gehen gegen das Ruder und den Propeller vor.</p>
<p>Die Frage ist auch in einem anderen Zusammenhang interessant. Dieses Mal waren wir mit sechs Schiffen unterwegs. Und die israelische Reaktion haben wir gesehen. Was, wenn wir in einem Jahr mit 100 Schiffen kommen? Was soll Israel tun? Die Bombe werfen? Wäre es nicht eine bessere Idee, die Blockade aufzuheben? Wir werden sehen.</p>
<p>Natürlich bin ich bereit, wieder an Bord zu gehen. Ich habe keine Angst um mich. Wenn Sie einen Platz brauchen, kann ich Ihnen einen organisieren.</p>
<p>Frage eines israelischen Schriftstellers: Möchten Sie dem israelischen Volk etwas sagen?</p>
<p>Ich habe in den letzten Tagen viele Telefonanrufe bekommen. Einer hat mich besonders gefreut. Er kam von der israelischen Tageszeitung Haaretz. Sie wollten ein Interview. Können Sie sich vorstellen, wie froh ich war, daß sogar die Israelis eine Einschätzung von mir wollten? Ich hoffe, daß ich morgen früh mit ihrem Redakteur sprechen kann.</p>
<p>Das ist eine symbolische Antwort. Natürlich will ich mit den Israelis sprechen und ich würde mir auch gerne anhören, was sie dazu zu sagen haben. Ich sage noch einmal, daß ich an den Dialog glaube. Der Dialog ist das Hauptelement, damit Demokratie überhaupt funktionieren kann. Und er ist das beste Instrument, um den Konflikt zu lösen. Laßt uns lieber damit arbeiten als mit Waffen. Dann kommen wir weiter. Das kann ich Ihnen und Ihren Freunden sagen. Übrigens Danke, daß Sie gekommen sind. (…)</p>
<p>Wenn ich etwas müde klinge, liegt das daran, daß ich es bin. Ich werde ihnen nicht vormachen, daß das keine ermüdenden und harten Tage waren. Ich habe viel Gewalt gesehen. Ich habe viel Aggression gesehen. Und ich habe viel Mut gesehen. Ich muß sagen, daß ein Grund für diese Pressekonferenz war, daß ich nach diesen Geschehnissen noch stärker als je zuvor glaube, daß es möglich ist, Solidarität zu zeigen und die Welt zu verbessern. Vielen Dank.</p>
<h5>Übersetzung aus dem Englischen: Jan Maas</h5>
<p>Quelle: junge Welt, <a href="http://www.jungewelt.de/2010/06-05/010.php">http://www.jungewelt.de/2010/06-05/010.php</a></p>
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		<item>
		<title>Wittmund: Bernd Mayer wegen Spontandemo verurteilt</title>
		<link>http://blinkfuer.wordpress.com/2010/05/24/wittmund-bernd-mayer-wegen-spontademo-verurteilt/</link>
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		<pubDate>Mon, 24 May 2010 17:37:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>blinkfuer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Die LINKE]]></category>
		<category><![CDATA[Niedersachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Ostfriesland]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Bernd Mayer]]></category>
		<category><![CDATA[Grundrechte]]></category>
		<category><![CDATA[spontane Demo]]></category>

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		<description><![CDATA[Mayer: &#8222;Nicht zu öffentlicher Demo aufgerufen&#8220; Von Manfred Stolle, Ostfriesen-Zeitung v. 22.05.2010 22. Mai 2010 Der Linke soll wegen Plakaten bei der Verabschiedung von Landrat Schultz 300 Euro Strafe zahlen. Der Verteidiger des Wittmunder Kreistagsabgeordneten Bernd Mayer legt Revision ein. Es geht ihm um einen möglichen Verfassungsverstoß. Bernd Mayer nimmt das Urteil nicht hin. Wittmund [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=blinkfuer.wordpress.com&amp;blog=9701225&amp;post=285&amp;subd=blinkfuer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div></div>
<p>Mayer: &#8222;Nicht zu öffentlicher Demo aufgerufen&#8220;<br />
Von Manfred Stolle, Ostfriesen-Zeitung v. 22.05.2010</p>
<p>22. Mai 2010</p>
<p>Der Linke soll wegen Plakaten bei der Verabschiedung von Landrat Schultz  300 Euro Strafe zahlen. Der Verteidiger des Wittmunder <img src="http://www.dielinke-leer.de/images/stories/mayer.jpg" alt="" hspace="3" vspace="3" width="200" height="199" align="right" />Kreistagsabgeordneten  Bernd Mayer legt Revision ein. Es geht ihm um einen möglichen  Verfassungsverstoß.<br />
Bernd Mayer nimmt das Urteil nicht hin.</p>
<p>Wittmund &#8211; Sieben Männer und Frauen zeigten am 2. November vergangenen  Jahres in Bensersiel und drei weitere auf Langeoog bei der  Verabschiedungsfahrt des Wittmunder Landrats Henning Schultz  Protestplakate sowie eine Fahne der Linken und verteilten Handzettel.  Weil die Spontan-Demo nicht angemeldet war, wurde der  Kreistagsabgeordnete der Linken, Bernd Mayer, gestern vom Amtsgericht  Wittmund zu einer Geldstrafe von 300 Euro verurteilt.</p>
<p>Dr. Tobias Kappelmann hatte für die Staatsanwaltschaft Aurich das  doppelte Strafmaß, Verteidiger Lars Kokol Freispruch gefordert. Richter  Dirk Mönkediek sagte in der Urteilsbegründung, es gehe um die Verletzung  einer formalen Pflicht. Auch wenn die Kundgebung erst am Vortag  beschlossen worden sei, hätte die &#8222;Eilveranstaltung&#8220; am Montag noch  angemeldet werden können. &#8222;Ich habe nicht zu einer öffentlichen Demo  aufgerufen&#8220;, sagte der Angeklagte. Die Kundgebung sei bei einer  Kreisversammlung der Linken am Sonntag spontan beschlossen worden. Über  eine mögliche Anmeldepflicht habe er sich keine Gedanken gemacht. &#8222;Wir  haben die Öffentlichkeit ja nicht eingeladen&#8220;, sagte er.</p>
<p>Mayer sei der Leiter der Kundgebung, weil sein Name auf Handzetteln  stand</p>
<p>Mayer sei als Leiter der Kundgebung anzusehen, so der Amtsrichter, da  sein Name auch unter den Handzetteln gestanden habe.Eine maßvolle  Geldstrafe reiche da aus. Demonstrationen müssen per Gesetz 48 Stunden  vor Beginn angemeldet werden. Diese Frist gibt es bei Eilkundgebungen  nicht. Doch auch sie sind anzumelden. Spontan-Demos entstehen aus der  Situation heraus und sind nicht meldepflichtig.</p>
<p>Rechtsanwalt Lars Kokot aus Leerhafe kündigte Revision gegen das  gestrige Urteil des Amtsgerichtes Wittmund an. &#8222;Ist Mayer überhaupt als  Veranstalter anzusehen?&#8220;: Dies sei eine zu klärende Frage. Das  Amtsgericht habe es sich mit seinem Hinweis auf die Handzettel zu leicht  gemacht.</p>
<p>s. dazu auch</p>
<p><a href="http://www.dielinke-leer.de/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=95:geldstrafe-fuer-qspontane-demoq"><br />
</a></p>
<p>Kommentar zu dem Urteil von Manfred Hochmann (Anzeiger für  Harlingerland) 24.05.2010:</p>
<p><strong>Skandalöser Vorgang </strong></p>
<p>„Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift du Bild frei zu  äußern und zu verbreiten.“ ( Artikel 5. Grundgesetz)<br />
Wie ein Straftäter saß Bernd Mayer gestern auf der Anklagebank im  Wittmunder Amtsgericht. Die Staatsanwaltschaft behandelte ihn auch als  solchen. Gemeinsam mit „Gesinnungsgenossen“ habe Mayer gegen die aus  öffentlichen Mitteln finanzierte  Abschiedsfeier des Ex-Landrats  demonstriert – bei den Behörden aber nicht angemeldet.<br />
Das  ist  ein  schwerer  Verstoß  gegen  das Versammlungsrecht  und   müsse mit  einer  Geldstrafe von 30 mal 20.- €  geahndet werden. Auch  wenn das Gericht die Strafe abmilderte, so muss Mayer 300.- € bezahlen,  gilt nun als vorbestraft.  War schon die Anklage gegen Mayer ein  unerhörter Vorgang, so ist der gestrige Prozess nur als skandalös zu  bezeichnen. Was ist eigentlich passiert? Im November vorigen Jahres hat  eine sehr kleine Gruppe spontan demonstriert. Das Ganze hatte mehr den  Charakter eines Happenings, wurde von allen Beteiligten locker gesehen.<br />
Jetzt werden diese Geschütze aufgefahren. Da fehlt einfach die  Verhältnismäßigkeit. Es fehlt auch die Weitsicht. Denn jetzt werden die  Kritiker an den damaligen Vorgängen, aber auch am Rechtsstaat auf den  Plan gerufen. Schön in die Karten gespielt.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/blinkfuer.wordpress.com/285/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/blinkfuer.wordpress.com/285/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/blinkfuer.wordpress.com/285/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/blinkfuer.wordpress.com/285/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/blinkfuer.wordpress.com/285/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/blinkfuer.wordpress.com/285/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/blinkfuer.wordpress.com/285/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/blinkfuer.wordpress.com/285/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/blinkfuer.wordpress.com/285/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/blinkfuer.wordpress.com/285/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/blinkfuer.wordpress.com/285/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/blinkfuer.wordpress.com/285/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/blinkfuer.wordpress.com/285/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/blinkfuer.wordpress.com/285/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=blinkfuer.wordpress.com&amp;blog=9701225&amp;post=285&amp;subd=blinkfuer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Bolivien: Offener Brief an Evo Morales</title>
		<link>http://blinkfuer.wordpress.com/2010/05/16/bolivien-offener-brief-an-evo-morales/</link>
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		<pubDate>Sun, 16 May 2010 09:36:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>blinkfuer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bolivien]]></category>
		<category><![CDATA[Lateinamerika]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialismus]]></category>
		<category><![CDATA[COB]]></category>
		<category><![CDATA[Evo Morales]]></category>
		<category><![CDATA[Streik]]></category>

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		<description><![CDATA[Offener Brief an Evo Morales zum Streik des bolivianischen Gewerkschaftsbundes COB GewerkschafterInnen und linke AktivistInnen aus verschiedenen Ländern haben diesen offenen Brief an Evo Morales anlässlich des Konflikts zwischen dem Gewerkschaftsbund COB und der MAS-Regierung unterschrieben.. Unterschreibt diesen Brief! Genosse Evo Morales Präsident des Plurinationalen Staates Bolivien Die unterzeichnenden linken GewerkschafterInnen, ArbeiterInnen und AktivistInnen haben [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=blinkfuer.wordpress.com&amp;blog=9701225&amp;post=283&amp;subd=blinkfuer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Offener Brief an Evo Morales zum Streik des bolivianischen Gewerkschaftsbundes COB</p>
<p>GewerkschafterInnen und linke AktivistInnen aus verschiedenen Ländern haben diesen offenen Brief an Evo Morales anlässlich des Konflikts zwischen dem Gewerkschaftsbund COB und der MAS-Regierung unterschrieben..</p>
<p><a href="http://www.marxist.com/component/option,com_petitions/Itemid,865/id,306/view,petition/#sign">Unterschreibt diesen Brief!</a></p>
<p>Genosse</p>
<p>Evo Morales</p>
<p>Präsident des Plurinationalen Staates Bolivien</p>
<p>Die unterzeichnenden linken GewerkschafterInnen, ArbeiterInnen und AktivistInnen haben den Kampf des bolivianischen Volkes vom Wasserkrieg, an dem Sie beteiligt waren, über den Gaskrieg und die Aufstände von 2003 und 2005 bis zu Ihrem überwältigenden Wahlsieg, der Ausdruck und Ergebnis dieser Kämpfe war, begeistert unterstützt. Auf die gleiche Art und Weise haben wir Ihre Rede über die Notwendigkeit, <em>den Veränderungsprozess zu vertiefen, um den Sozialismus auszurufen</em>, die Sie in der Nacht Ihres Wahlsieges gehalten haben und Ihre wiederholten Aufrufe zur Verteidigung der Mutter Erde, deren Hauptfeind &#8211; wie Sie sagten &#8211; der Kapitalismus ist, begeistert begrüßt. Wie Sie wissen, ist der Kapitalismus nicht nur ein Feind der Natur, weil er auf Ausbeutung und den Privatbesitz an Ressourcen beruht, sondern  in erster Linie ein Feind der Menschen, denn die Grundlage des Systems ist die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen. Die Ereignisse in Griechenland, wo die ArbeiterInnen gezwungen werden mit weiterer Armut zu bezahlen, damit die Profite der Banker und Spekulanten erhalten bleiben, sind ein deutliches Beispiel.</p>
<p>Wir drücken unsere tiefe Besorgnis aus über den Konflikt der zwischen Ihrer Regierung und dem Central Obrera Boliviana, der wichtigsten Organisation unserer arbeitenden Brüder und Schwestern in Bolivien, entbrannt ist. Wir wissen, dass trotz der enormen Bemühungen die Armut zu bekämpfen, mit sehr deutlichen und unbestreitbaren Ergebnissen, viele unserer KollegInnen, ob es nun Berg- oder normale ArbeiterInnen sind, weniger verdienen als sie zum täglichen Leben brauchen. Die meisten bolivianischen ArbeiterInnen arbeiten in prekären Verhältnissen, so dass es für die Großunternehmen leicht ist sie zu erpressen. In vielen, viel zu vielen, Privatunternehmen gibt es keine Gewerkschaften und die KollegInnen müssen bis zu 12 Stunden arbeiten. Die deutlichen Lohnerhöhungen, die Sie in den letzten Jahren als wichtig anerkannt haben, sind von den Unternehmen rückgängig gemacht worden, indem man sie mit den Produktivitätssteigerungen verrechnet wurden, was dazu geführt hat, dass mehr Stunden gearbeitet werden müssen, damit die Lohnerhöhungen in Kraft treten. Leider gibt es in Ihrem Land auch ein System der Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften, bei dem die ArbeiterInnen die Streikgenehmigung beim Staat einholen müssen und Unternehmer bei Streiks <em>aussperren</em> dürfen (Kapitel II des Allgemeinen Arbeitsgesetzes), um so die Gewerkschaften einzuschüchtern.</p>
<p>Angesichts dieser Situation möchten wir unsere volle Sympathie mit unseren Brüdern und Schwestern in der COB und unsere Unterstützung für ihre Forderungen bekunden. Herr Präsident, die ArbeiterInnen, die sich jetzt im Streik befinden, sind die gleichen, die Ihnen während der Klassenauseinandersetzungen  und des Wahlkampfs ihre überwältigende Unterstützung gaben. Ihre Regierung betrachtet sie in richtiger Weise als die Hauptstützen der Wirtschaft und des Staates. Deshalb möchten wir Sie und Ihre Regierung respektvoll bitten, mit den ArbeiterInnen in einen sinnvollen Dialog zu treten, wie es die KollegInnen von Ihnen erwarten, um die Gesamtproblematik der Löhne und der Arbeitsbedingungen der bolivianischen Arbeiterklasse anzugehen und es der Arbeiterbewegung zu gestatten, ihre Beteiligung am Transformationsprozess in Bolivien zu verwirklichen.</p>
<p>Genosse Präsident, wir glauben dass die bolivianische Revolution ein Beispiel und ein Orientierungspunkt für weltweite antikapitalistische und Arbeiterbewegung sein könnte. Diese Möglichkeit wird dramatisch geschmälert, wenn die ArbeiterInnen in der ganzen Welt nicht mehr die reale Möglichkeit eines Weges und einer anderen Welt in Bolivien sehen, in der die Wirtschaft geführt wird, um die menschlichen Bedürfnisse und nicht die Habgier einzelner Individuen zu befriedigen und eine Demokratie, die auf die Beteiligung der arbeitenden Menschen bei Entscheidungen über die Zukunft der Menschheit beruht. Wir vertrauen darauf, dass dieses Anliegen auch von Ihnen geteilt wird und hoffen auf Ihre Fähigkeiten, den laufenden Konflikt optimal zu lösen, um <em>den Veränderungsprozess zu vertiefen </em>und <em>in Richtung Sozialismus fortzuschreiten</em>.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/blinkfuer.wordpress.com/283/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/blinkfuer.wordpress.com/283/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/blinkfuer.wordpress.com/283/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/blinkfuer.wordpress.com/283/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/blinkfuer.wordpress.com/283/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/blinkfuer.wordpress.com/283/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/blinkfuer.wordpress.com/283/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/blinkfuer.wordpress.com/283/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/blinkfuer.wordpress.com/283/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/blinkfuer.wordpress.com/283/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/blinkfuer.wordpress.com/283/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/blinkfuer.wordpress.com/283/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/blinkfuer.wordpress.com/283/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/blinkfuer.wordpress.com/283/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=blinkfuer.wordpress.com&amp;blog=9701225&amp;post=283&amp;subd=blinkfuer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Esterwegen: Gedenkkundgebung zum Befreiungstag</title>
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		<pubDate>Wed, 12 May 2010 15:02:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>blinkfuer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Antifaschismus]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Gedenkkundgebung]]></category>
		<category><![CDATA[Tag der Befreiung]]></category>

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		<description><![CDATA[Befreiung &#8211; Bevrijding Die durch DIE LINKE wieder angestoßene Diskussion, den 8. Mai als &#8216;Tag der Befreiung&#8217; zu einem nationalen Feiertag zu machen, war längst überfällig, denn immer noch möchten viele PolitikerInnen aus dem konservativen und rechten Spektrum diesen Tag als &#8216;Tag der Kapitulation&#8217; begreifen und am liebsten totschweigen. Die &#8216;Deutsch-Niederländische Initiative 8. Mai&#8217; veranstaltet [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=blinkfuer.wordpress.com&amp;blog=9701225&amp;post=280&amp;subd=blinkfuer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div></div>
<p><img src="http://www.dielinke-leer.de/images/stories/rita_und-paul3.jpg" alt="" hspace="3" vspace="3" width="200" height="143" align="left" />Befreiung  &#8211; Bevrijding<br />
Die durch DIE LINKE wieder angestoßene Diskussion, den 8. Mai als &#8216;Tag  der Befreiung&#8217; zu einem nationalen Feiertag zu machen, war längst  überfällig, denn immer noch möchten viele PolitikerInnen aus dem  konservativen und rechten Spektrum diesen Tag als &#8216;Tag der Kapitulation&#8217;  begreifen und am liebsten totschweigen.<br />
Die &#8216;Deutsch-Niederländische Initiative 8. Mai&#8217; veranstaltet seit 1985  auf dem Friedhof des ehemaligen KZ Esterwegen ihre jährliche Kundgebung,  um unter dem Motto &#8222;Nie wieder Faschismus &#8211; Nie wieder Krieg&#8220; der  Befreiung zu gedenken. Auch in diesem Jahr nahmen ca. 200 Menschen,  unter anderem auch viele junge AntifaschistInnen aus dem Weser-Ems-Raum,  an der Veranstaltung teil.<br />
Der deutsche Redner Kurt Buck, Leiter des Dokumentations- und  Informationszentrums (DIZ) Emslandlager, beschrieb mit Hilfe von  Tagebuchaufzeichnungen polnischer und italienischer Häftlinge der  Moorlager, wie diese die letzten Kriegstage und ihre anschließende  Befreiung empfanden.<br />
In seinem 2005 in Italien veröffentlichten Tagebuch erinnert sich z. B.  der italienische Hauptmann Tommaso A. Melisurgo an seine Befreiung im  Lager Groß Hesepe. In seinem Tagebuch schrieb er:<br />
&#8222;Gross, Hesepe, 5.April, Donnerstag<br />
Wenige Kilometer von meinem Gefangenenlager Gross Hesepe, das sich etwa  12 bis 15 Kilometer von der holländischen Grenze entfernt befindet, in  dieser verfluchten deutschen Erde, in südöstlicher Richtung von hier,  ist seit heute Morgen eine Schlacht im Gange zwischen den Panzern der  kanadischen Kräfte , die auf der linken Seite der Ems operieren, und  deutschen Einheiten der Nachhut, zusammengesetzt zum großen Teil aus SS,  die sich Richtung Meppen zurückziehen. Die Maschinengewehre singen im  Chor mit den Kanonen&#8230;<br />
Im Lager herrscht große Aufregung unter den Gefangenen: im Gesicht jedes  Einzelnen ist klar die Sicherheit zu lesen, dass die Befreiung nah  ist&#8230; , es handelt sich um Stunden.<br />
Inzwischen ist die Situation der Deutschen kritisch. Der Hauptmann und  die deutschen Wächter haben ihre Wachposten rund um das Lager aufgegeben  und stehen in der Nähe des Ausgangs.<br />
Plötzlich verlassen sie das Lager, um ihre Kameraden auf dem Rückzug  einzuholen. Es ist 18 Uhr: Die Kerkermeister sind weg. Nun sind wir  frei.<br />
Ich bin frei! Alle freuen sich&#8230; Eine regelrechte Explosion der Freude  bricht aus allen Herzen. Man sieht rührende Szenen: sie umarmen sich,  sie tauschen Glückwünsche füreinander und für ihre Familien aus&#8230;&#8220;<br />
Buck beschrieb auch die Versuche der Evakuierung der Emslandlager vor  der Befreiung durch kanadische, britische oder polnische Truppen, bei<img src="http://www.dielinke-leer.de/images/stories/kurt_buck.jpg" alt="" hspace="3" vspace="3" width="200" height="193" align="right" /> denen  Hunderte Insassen kurz vor ihrer Befreiung getötet wurden. Im Lager  Aschendorfermoor mussten die Gefangenen in den letzten Tagen vor Ankunft  der alliierten Truppen miterleben, wie ca. 150 bis heute namentlich  unbekannte Gefangene Opfer des angeblichen Hauptmanns Willi Herold und  seiner Helfershelfer wurden, die wahllos Lagerinsassen ermordeten. Als  englische Bomber zur Ausschaltung der um das Lager herum aufgebauten  deutschen Flakstellungen das Lager mit Brandbomben bewarfen, starben  weitere ca. 50 Gefangene an dem Tag, als die Wachmannschaften das Lager  verlassen hatten und die Gefangenen befreit waren.<br />
Abschließend erklärte Buck: &#8222;Wir können die Vergangenheit nicht  ungeschehen machen. Das Erinnern an die Geschehnisse, an den Völkermord  und die Verbrechen gegen die Menschlichkeit bedeuten auch Verständnis  und Toleranz zwischen den Völkern aufzubauen. Gedenken trägt zur  Menschlichkeit, zur Achtung der Menschenrechte und zur Opposition gegen  den Krieg bei. Wer heute den Krieg als Mittel zur Konfliktlösung  verwendet, hat nicht aus der Vergangenheit gelernt.&#8220;</p>
<p><img src="http://www.dielinke-leer.de/images/stories/carla_van_os.jpg" alt="" hspace="3" vspace="3" width="150" height="169" align="left" />Die  niederländische Juristin Carla van Os arbeitet für Defence for Children  International in den Niederlanden. Sie verglich die Situation der  MigrantInnen ohne gültige Ausweispapiere (Sans papiers) mit der  deutscher Flüchtlinge Ende der 30er Jahre in den Niederlanden. Während  in Deutschland der Faschismus wütete und viele Antifaschisten und Juden  illegal über die Grenze nach Holland flohen, hatte die niederländische  Regierung unter Colijn nichts Besseres zu tun, als diese Menschen  aufzugreifen und sie nach Deutschland zurückzubringen. Heute leben in  unserem Nachbarland viele MigrantInnen, die ebenfalls von der Polizei  gejagt werden und am Rande der Gesellschaft ein menschenunwürdiges Leben  führen. Van Os zitierte in ihrer Rede mehrmals den späteren  UN-Flüchtlingskommissar Van Heuven Goedhart, einem der schärfsten  Kritiker der Ausweisung von Flüchtlingen in 1930ern, und zeigte die  Aktualität seiner Schriften auf.<br />
Carla van Os ging auch auf den aktuellen Anti-Islamismus in ihrem Land  ein und berichtete von einem Gespräch mit Hajo Meyer, einem deutschen  Juden, der während des Faschismus in die Niederlande floh und sich heute  für die Rechte der Palästinenser einsetzt. Meyer sagte ihr: &#8222;Wenn ich  heute höre, wie hier über die Muslime gesprochen wird, erinnert mich das  auf das Schrecklichste an die Weimarer Republik und die Anfangsjahre  Hitlers. Ersetze &#8216;Muslime&#8217; durch &#8216;Juden&#8217; und es wird deutlich, dass das  so nicht sein darf.&#8220;<br />
Zum Abschluss ihrer Rede sagte van Os: &#8222;In der jetzigen  Wirtschaftskrise, in der MigrantInnen als Problem empfunden werden und  zu Sündenböcken gemacht werden, dürfen wir nicht schweigen.  Gedenkveranstaltungen wie die heutige sind wichtig, um vor jeglicher  Ausschlussrhetorik zu warnen und sich dagegen zur Wehr zu setzen. Das  ist unsere Aufgabe heute &#8211; und morgen.&#8220;</p>
<p><img src="http://www.dielinke-leer.de/images/stories/hans_lauter1.jpg" alt="" hspace="3" vspace="3" width="150" height="140" align="left" />Wie in den  vergangenen Jahren sprach der mittlerweile 95jährige Ehrenvorsitzende  der VVN-BdA Sachsen, Hans Lauter, zu den Teilnehmern. Er war, nachdem er  1935 von der Gestapo in Chemnitz verhaftet worden war, zehn Jahre  inhaftiert, davon zwei Jahre in den Emslandlagern Walchum, Esterwegen  und Aschendorfermoor. Lauter erklärte, er habe die &#8216;Hölle im Moor&#8217; nur  durch die Solidarität der Gefangenen unbeschadet überstanden. &#8222;Das  Zusammengehörigkeitsgefühl, die gegenseitige Hilfe und Unterstützung hat  uns das Überleben ermöglicht.&#8220;  Er forderte die Lehren aus den  Emslandlagern an die folgenden Generationen weiterzugeben, um auch  zukünftig ein Leben in Frieden, Demokratie und Gleichberechtigung führen  zu können.</p>
<p>Die Veranstaltung wurde vom Papenburger Duo Rita und Paul mit  antifaschistischen und Antikriegsliedern würdevoll umrahmt.</p>
<p>Tony Kofoet</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/blinkfuer.wordpress.com/280/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/blinkfuer.wordpress.com/280/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/blinkfuer.wordpress.com/280/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/blinkfuer.wordpress.com/280/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/blinkfuer.wordpress.com/280/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/blinkfuer.wordpress.com/280/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/blinkfuer.wordpress.com/280/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/blinkfuer.wordpress.com/280/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/blinkfuer.wordpress.com/280/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/blinkfuer.wordpress.com/280/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/blinkfuer.wordpress.com/280/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/blinkfuer.wordpress.com/280/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/blinkfuer.wordpress.com/280/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/blinkfuer.wordpress.com/280/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=blinkfuer.wordpress.com&amp;blog=9701225&amp;post=280&amp;subd=blinkfuer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>Report Mainz: &#8222;Die Antikommunismus-Keule könnte ja wieder einmal wirken…&#8220;</title>
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		<pubDate>Tue, 11 May 2010 14:20:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>blinkfuer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Die LINKE]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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		<description><![CDATA[Report Mainz: &#8222;Die Antikommunis-Keule könnte ja wieder einmal wirken…&#8220; DIE LINKE hat in NRW den Sprung ins Parlament geschafft und wird dort in der kommenden Legislaturperiode mit 11 Abgeordneten vertreten sein. Dazu kommt, dass sie -obwohl kleinste Fraktion &#8211; durchaus das Zünglein an der Waage spielen könnte, wenn es um die Regierungsbildung im bevölkerungsreichsten Bundesland [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=blinkfuer.wordpress.com&amp;blog=9701225&amp;post=277&amp;subd=blinkfuer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Report Mainz: &#8222;Die Antikommunis-Keule könnte ja wieder einmal wirken…&#8220;</p>
<p>DIE LINKE hat in NRW den Sprung ins Parlament geschafft und wird dort in der kommenden Legislaturperiode mit 11 Abgeordneten vertreten sein. Dazu kommt, dass sie -obwohl kleinste Fraktion &#8211; durchaus das Zünglein an der Waage spielen könnte, wenn es um die Regierungsbildung im bevölkerungsreichsten Bundesland geht.</p>
<p>Diese Tatsache ist natürlich den Herrschenden im Lande ein Dorn im Auge. So hat sich Arbeitgeberpräsident Hundt bereits gemeldet und die SPD vor einer rot-rot-grünen Landesregierung gewarnt. Er sagte der Rheinischen Post: &#8220; Das Industrieland Nordrhein-Westfalen braucht eine stabile und uneingeschränkt handlungsfähige Regierung.&#8220; Das setze voraus, &#8222;dass die Linke keinen Einfluss auf die Regierungspolitik hat&#8220;.</p>
<p>Jetzt wird in den Medien eine Propagandamaschine in Gang gesetzt, wie wir sie bereits nach der Niedersachsenwahl erlebt haben. Wir erinnern uns, Ende Januar 2008 hatte DIE LINKE in Niedersachsen den Einzug in den Landtag geschafft und nur wenige Wochen später fanden in Hamburg Bürgerschaftswahlen statt.</p>
<p>Es war nur eine Frage der Zeit, wann die bürgerliche Presse zu einem Generalangriff gegen DIE LINKE blasen würde. Am 14. Februar, zehn Tage vor den Bürgerschaftswahlen in Hamburg übernahm das Magazin <em>Panorama </em>diese Aufgabe.</p>
<p>Der Redakteur Ben Bolz, der schon früher durch antilinke und antigewerkschaftliche Beiträge wie „Der Demagoge Oskar Lafontaine“, „Der Protest gegen den G8-Gipfel“ (mit Ralf Thomas Baus von der Konrad-Adenauer-Stiftung als Kronzeuge für die Unsinnigkeit der Proteste) und „Der vergessene Streik – ver.dis absurde Aktionen“ auf sich aufmerksam gemacht hatte, durfte sich als Warner vor der Unterwanderung der Partei DIE LINKE durch die DKP präsentieren. Schon am Nachmittag des 14.02. ging folgende Meldung über die Nachrichtenticker: „Christel Wegner, Fraktionsmitglied von „DIE LINKE“ im niedersächsischen Landtag und Mitglied der DKP, hat die Wiedereinführung der Staatsicherheit gefordert. Wegner sagte gegenüber dem ARD-Politikmagazin Panorama: ‘Ich denke…, wenn man eine andere Gesellschaftsform errichtet, dass man da so ein Organ wieder braucht, weil man sich auch davor schützen muss, dass andere Kräfte, reaktionäre Kräfte, die Gelegenheit nutzen und so einen Staat von innen aufweichen.’ „</p>
<p>Mit Christel Wegner fand Bolz eine Gesprächspartnerin, die ihm Antworten gab, die er im Vorfeld haben wollte. Der Beitrag wurde entsprechend geschnitten, so dass die Zuschauer den Eindruck gewinnen sollten, DIE LINKE wolle tatsächlich hier und heute die Stasi wieder haben.</p>
<p>Gestern Abend agierte <em>Report Mainz</em> nach dem gleichen Schema, fand aber keine Gesprächspartnerinnen, die den Reportern die &#8222;gewünschten&#8220; Antworten gaben. Ein Bericht, der scheinbar <em> </em>schon während des Wahlkampfes in NRW gezeigt werden sollte, aber vermutlich aus Qualitätsgründen durchfiel, passte gut in den Generalplan &#8216;Verhinderung von Rot-Rot-Grün&#8217;. Bei sieben der gewählten neuen ParlamentarierInnen seien &#8222;Zweifel an der Verfassungstreue&#8220; laut geworden, hieß es in der Vorankündigung zum Bericht .</p>
<p>Die Abgeordneten Anna Conrads, die Mitglied der &#8216;Roten Hilfe&#8217; ist, wurde in die Terrorismusschublade gesteckt, da sich diese Organisation sich mit inhaftierten RAF-Mitgliedern solidarisiere und linksextremistische Bestrebungen verfolge. Die Genossin Conrads ließ sich allerdings nicht durch eine derart plumpe Fragestellung hereinlegen und antwortete: &#8222;Die Rote Hilfe ist eine Organisation, die sich für Menschen einsetzt, die bestimmten Repressionen ausgesetzt sind, und ich kann das sehr gut vereinbaren.&#8220;</p>
<p>Den Genossinnen Bärbel Beuermann und Carolin Butterwegge, die beide zur &#8216;Sozialistischen Linken&#8217; gehören wurde der Gründungsaufruf dieser Strömung vorgelegt, in dem es u.a. heißt, die DDR sei ein &#8222;legitimer Versuch&#8220; gewesen. Diese Aussage wurde von beiden als richtig bezeichnet. Als der Reporter dann noch mit der schon bekannten Stasi-Frage aufwartete, antwortete Beuermann mit der Gegenfrage &#8222;Ist denn der Verfassungsschutz legitim?&#8220;</p>
<p>Dieser Report-Beitrag hat nicht das Ziel erreicht, DIE LINKE &#8211; wie im Fall Wegner -in die linksextremistische und DDR-nostalgische Ecke zu stellen. Aber,  immer wenn bürgerliche Journalisten die Antikommunismus-Keule herausholen, bleibt natürlich etwas davon in den Köpfen der ZuschauerInnen hängen und Rot-Rot-Grün wird als neues Gespenst verkauft, das unsere ach so demokratische und soziale Grundordnung gefährdet.</p>
<p>Wetten, dass in den nächsten Tagen und Wochen noch weitere deratige Berichte folgen …</p>
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		<title>Die Krise des Euro bestätigt marxistische Perspektiven</title>
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		<pubDate>Tue, 11 May 2010 11:43:24 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Marxismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Krise des Euro bestätigt marxistische Perspektiven Geschrieben von Alan Woods Tuesday, 11 May 2010 Anlässlich der schweren Krise des Euro veröffentlichen wir einen Artikel von Alan Woods, der Mitte Februar dieses Jahres geschrieben wurde und die derzeitigen Ereignisse in Europa vorhersagte. „Letztes Jahr waren es die Banken, jetzt sind es ganze Staaten. Die Wirtschaftskrise, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=blinkfuer.wordpress.com&amp;blog=9701225&amp;post=275&amp;subd=blinkfuer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<table>
<tbody>
<tr>
<td width="100%">Die Krise des Euro bestätigt marxistische Perspektiven</td>
<td width="100%" align="right"><a title="PDF" href="http://www.derfunke.de/index2.php?option=com_content&amp;do_pdf=1&amp;id=892" target="_blank"> <img src="http://www.derfunke.de/templates/funke2006/images/pdf_button.png" border="0" alt="PDF" align="middle" /></a></td>
<td width="100%" align="right"><a title="Drucken" href="http://www.derfunke.de/index2.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=892&amp;pop=1&amp;page=0&amp;Itemid=75" target="_blank"> <img src="http://www.derfunke.de/templates/funke2006/images/printButton.png" border="0" alt="Drucken" align="middle" /></a></td>
<td width="100%" align="right"><a title="E-Mail" href="http://www.derfunke.de/index2.php?option=com_content&amp;task=emailform&amp;id=892&amp;itemid=75" target="_blank"> <img src="http://www.derfunke.de/templates/funke2006/images/emailButton.png" border="0" alt="E-Mail" align="middle" /></a></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<table>
<tbody>
<tr>
<td colspan="2" width="70%" align="left" valign="top">Geschrieben von Alan Woods</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="top">Tuesday, 11 May 2010</td>
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<td colspan="2" valign="top"><img src="http://www.derfunke.de/images/stories/karikatur/euro.jpg" alt="" hspace="5" vspace="5" width="85" height="89" align="left" />Anlässlich der  schweren Krise des Euro veröffentlichen wir einen Artikel von Alan  Woods, der Mitte Februar dieses Jahres geschrieben wurde und die  derzeitigen Ereignisse in Europa vorhersagte.<br />
„Letztes Jahr waren es die Banken, jetzt  sind es ganze Staaten. Die Wirtschaftskrise, die sich Ende des letzten  Jahres beruhigt zu haben schien, ist mit den drohenden Staatspleiten  wieder voll im Gange.“</p>
<p>Mit diesen Worten begann jüngst ein Leitartikel im „Economist“,  sie sind ein angemessener Ausdruck für den wachsenden Pessimismus der  herrschenden Klasse. Erst gestern sprachen die Bürgerlichen von  „Erholung“ und dem „Ende der Rezession“ Jetzt ringen Europas politische  Eliten darum, das zu verhindern, was „Economist“ als „die größte  Finanzkatastrophe in der elfjährigen Geschichte des Euro“ beschreibt.  Plötzlich schaut die ganze Welt auf Griechenland, das sich mit der  Möglichkeit des Staatsbankrotts konfrontiert sieht. Es wäre nicht das  erste Mal in Europa: Schon vor einem Jahr wurde Island durch die  Finanzkrise in die Zahlungsunfähigkeit getrieben. Das führte zu  Demonstrationen und dem Sturz der Regierung. Island ist ein sehr kleines  Land am Rande von Europa. Griechenland jedoch ist ein Mitglied der EU  und Teil der Eurozone. Es wäre das erste EU-Mitglied, das  zahlungsunfähig werden würde. Das ist ein ernstes Alarmsignal für die  EU-Spitzen. Die Einführung einer gemeinsamen Währung bedeutet, dass alle  Volkswirtschaften in einem unflexiblen System voneinander abhängig  sind. Was zuerst als eine Quelle der Stärke gesehen wurde, entpuppt sich  jetzt als eine gefährliche Quelle der Schwäche. Die Krise des  griechischen Kapitalismus kann eine Krise des Euro verursachen und den  Rest von Europa mit in den Abgrund reißen.</p>
<p>Vor über einem  Jahrzehnt, zu einer Zeit, wo jeder den Euro anpries und voller  Zuversicht einen unaufhaltbaren Trend hin zur europäischen Einigung  prognostizierte, schrieben wir ein Dokument mit dem Titel „A Socialist  Alternative to the European Union&#8220;, in dem wir eine dazu konträre  Perspektive aufstellten:</p>
<p>„Das Problem von Maastricht ist, dass  die europäischen Kapitalisten versuchen, die Integration voranzutreiben,  obwohl die ökonomischen Bedingungen dafür nicht mehr gegeben sind. Bei  Wachstumsraten von 5-6 Prozent, wie wir sie während der Phase des langen  Wirtschaftsaufschwungs hatten, könnten sie die Währungsunion ohne große  Schwierigkeiten über die Bühne bringen. Mit Wachstumsraten von nicht  einmal 2-3 Prozent ist dies aber unmöglich.“</p>
<p>„(&#8230;) All das  bedeutet, dass ein europäischer Bundesstaat auf kapitalistischer Basis  ausgeschlossen ist. Besonders unter den Bedingungen einer  Weltwirtschaftskrise, die in den nächsten Jahren unvermeidlich ist und  die all die Widersprüche zuspitzen wird. Es ist unwahrscheinlich, dass  die EU auseinanderbrechen wird, weil es um die Verteidigung des  europäischen Marktes gegen die USA und Japan geht. Die europäischen  Staaten haben nur die Wahl, gemeinsam oder einzeln zu hängen. Aber der  Trend hin zur europäischen Einigung wird in einer Flut von Konflikten  und Streitereien untergehen.“ (A Socialist Alternative to the European  Union, Alan Woods, 4. Juni 1997)</p>
<p>Das Scheitern des Versuches,  eine europäische Verfassung einzuführen, bestätigte diese Perspektive.  Und was schrieben wir über den Euro?</p>
<p>„Zwischen Theorie und Praxis  eröffnet sich ein tiefer Abgrund. In der Theorie schaut alles ganz nett  und logisch aus. Das Problem ist nur, dass das kapitalistische System  alles andere als logisch ist. In der Abstraktion ist die Idee einer  gemeinsamen europäischen Währung gut. Sie würde viele Kosten reduzieren,  den Handel zwischen den Nationalstaaten billiger machen, die  langfristige Wirtschaftsplanung und die Investitionsentscheidungen  erleichtern und eine Vielzahl unnötiger Vorgänge überflüssig machen. In  der kapitalistischen Praxis aber führt sie direkt ins Desaster. In der  Theorie bedeutet es, dass alle nationalen Währungen in ein rigides  System gezwängt werden. Keine nationale Regierung könnte die  Wechselkurse ändern, d.h. keinem Land wäre es mehr gestattet, durch  Abwertung einen Weg aus der Krise zu suchen.“</p>
<p>„Der Weg der  Abwertung ist versperrt, deshalb müsste jedes Land intern eine Lösung  suchen – was eine grausame Politik der Deflation und Arbeitslosigkeit  bedeutet, besonders für die schwächeren Ökonomien. Es würden sich auch  die Spannungen zwischen den verschiedenen Staaten und die  Klassengegensätze innerhalb dieser Staaten enorm zuspitzen. Solch ein  unflexibles monetäres System wäre nicht lebensfähig. In der Praxis würde  von Anfang an jeder Nationalstaat versuchen, einen Vorteil gegenüber  den anderen zu erringen. Dies wird alle nur denkbaren Konflikte  hervorrufen, was letztendlich zu einem Zusammenbruch führen würde. Auch  der Versuch, ein System der andauernden Sparpolitik einzuführen, würde  nicht funktionieren.“</p>
<p>„Um das hauptsächliche Problem auf den  Punkt zu bringen: die Idee, so unterschiedliche Volkswirtschaften, die  in verschiedene Richtungen tendieren, auf der Grundlage eines  gemeinsamen Fonds und einer bindenden Gesetzgebung erfolgreich in eine  Währungsunion zu integrieren, kann nicht funktionieren. Die  kapitalistische Produktionsweise ist von Natur aus anarchisch. Der  Versuch, diese Volkswirtschaften in einer rigiden gemeinsamen  Wechselkursrate zusammenzuschließen, wird unverzüglich eine Reihe von  Verzerrungen und unerträglichen Widersprüchen mit sich bringen. Wenn die  ökonomischen Bedingungen eines Landes einen Anstieg der Zinssätze  verlangen, wird es in einem anderen Land gerade umgekehrt sein. Wer  entscheidet nun? Es ist nicht allzu schwer, auf diese Frage eine Antwort  zu finden. Als die zentrale europäische Wirtschaftsmacht wird  Deutschland seine Vorstellungen mittels der Bundesbank durchsetzen, die  die anderen Zentralbanken kontrollieren wird. Wir hatten schon jetzt  einen Vorgeschmack darauf, als die Bundesbank ohne Konsultation seiner  Partner die Zinssätze anhob. Das war sogar schon der Fall, bevor die  Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) eingeführt wurde. Die WWU würde  lediglich dem gegenwärtigen Kräfteverhältnis in Europa einen offiziellen  Stempel aufdrücken.“</p>
<p>„In einem fixen Wechselkurssystem müssen  einige zwangsläufig verlieren. (…) Auch wenn Spanien und Italien  angekündigt haben, schon in der ersten Runde der WWU beizutreten, so  sind sie doch zu schwach, um dies zu tun, ohne gewaltige Widersprüche im  eigenen Land hervorzurufen. Griechenland ist automatisch  ausgeschlossen, obwohl die Regierung Simitis einen bisher noch nicht  gesehenen Angriff auf den Lebensstandard in der Hoffnung gestartet hat,  sich in ferner Zukunft doch noch dafür zu qualifizieren. Genauso  erledigen die portugiesischen SozialistInnen die Drecksarbeit für das  Kapital. Das bereitet aber nur den Boden für eine Explosion des  Klassenkampfes in all diesen Ländern in den nächsten Jahren auf.“</p>
<p>„(&#8230;)  Die Einführung der WWU wird den Zyklus von Auf- und Abschwüngen nicht  abschaffen. Die kommende Rezession wird zwangsläufig die Finanzen eines  jeden Landes, je nach seiner relativen ökonomischen Stärke,  unterschiedlich beeinflussen. Das wird ganz einfach zu einem Rückgang  der Einnahmen aus Steuern und einem Anstieg der Ausgaben (für steigende  Arbeitslosigkeit etwa) führen. Was für Maßnahmen könnte die britische  Regierung unter den oben angeführten Bedingungen ergreifen? Dem  Maastricht-Vertrag zufolge hätte sie keine Möglichkeit, Kredite  aufzunehmen, um das Defizit abzudecken. Der einzige Ausweg wären  Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen mitten in einer Rezession.“</p>
<p>„(&#8230;)  Auf einer kapitalistischen Basis kann eine stabile Währungsunion ohne  einen geeinten Staat nicht erzielt werden. Außerdem muss unter den  Bedingungen eines alles dominierenden Weltmarktes eine regionale Währung  in das globale Wechselkurssystem passen. (…) Wie man aber inmitten  eines durch ein flexibles Wechselkurssystem charakterisierten  Weltmarktes ein fixes Wechselkurssystem aufrechterhalten soll, bleibt  unklar. Ökonomen in den USA stehen dieser Idee offen skeptisch  gegenüber. Wie stabil wird der Euro sein? Falls die internationalen  Märkte von den Aussagen der europäischen Banker nicht überzeugt werden,  dann wird der Euro genauso von Währungskursspekulationen gefährdet sein,  wie es heute etwa die italienische Lira ist.“</p>
<p>„(&#8230;) Die gesamte  Last einer Rezession müssen die Nationalstaaten selber tragen. Die  Absicht ist dabei, dass jede Regierung gezwungen ist, mit den guten  alten Methoden wie Steuererhöhungen, Ausgabenkürzungen und  Privatisierungen ‚gesunde Finanzen‘ aufrecht zu erhalten.“</p>
<p>„Diese  Politik lässt außer Acht, dass vor dem Ersten Weltkrieg die  Gewerkschaften und Arbeiterparteien relativ schwach waren und die  Arbeiterklasse selbst in den meisten Ländern nur eine Minderheit  darstellte. (Großbritannien stellt eine Ausnahme dar, weil es viel  früher als die anderen Länder in die Phase kapitalistischer Entwicklung  eingetreten war.) Seit dem Zweiten Weltkrieg hat sich das  Kräfteverhältnis in Europa grundlegend verändert. Die sozialen Reserven  der Reaktion, vor allem die Bauernschaft, wurden durch die  Industrialisierung stark dezimiert. Die Arbeiterklasse ist zu der  dominanten in der Gesellschaft geworden und wird sich die  Errungenschaften der letzten Jahrzehnte nicht widerstandslos wegnehmen  lassen.“</p>
<p>„Der Versuch, zur ‚klassischen‘ Periode des Kapitalismus  zurückzukehren, wird zu einem beispiellosen Aufschwung des  Klassenkampfes führen. Aber es gibt keine Garantie, dass er den von den  Kapitalisten erwarteten Nutzen bringen wird. Indem sie selbst den  schwächsten europäischen Ökonomien eine gewaltige Last auferlegen,  laufen sie Gefahr, einen völligen Kollaps zu provozieren. Die Kriterien  der vorgeschlagenen Währungsunion setzen voraus, dass jedes Land auf  eigenen Füßen stehen muss – um den Ausdruck zu benutzen, der von allen  Bankern geliebt wird.“</p>
<p>„Gegenwärtig können die Regierungen auf  den internationalen Finanzmärkten Geld leihen, um ihre Schulden zu  bedienen und werden (mit der Ausnahme Griechenlands) als sichere  Anlagemöglichkeiten betrachtet. Aber Italiens Schuldenrate ist mehr als  doppelt so hoch wie die Deutschlands. Wenn Italien keine eigene Währung  und Zentralbank mehr hat, wird so eine Schwäche auf jeden Fall zu einer  Erhöhung der Kreditkosten führen. New York zahlt manchmal höhere  Risikoprämien als Italien, obwohl sein Schuldenanteil weit niedriger  ist.“</p>
<p>„Selbst jetzt können sich die wichtigsten  Kredit-Rating-Agenturen nicht darauf einigen, wie die zukünftigen in der  neuen Währung aufgenommenen Schulden eingestuft werden sollen. Dies  lässt vermuten, dass es noch gröbere Divergenzen in den Kreditratings  der europäischen Länder nach 1999 gibt. Die Kapitalisten in Italien und  anderen schwachen Ländern werden gezwungen sein, höhere Zinsen als  andere zu zahlen, was natürlich die Profitrate senkt. Das kann  langfristig die Finanzen eines solchen Staates destabilisieren und die  Gefahr einer Krise erhöhen. Zum ersten Mal sprechen internationale  Investoren (natürlich hinter vorgehaltener Hand) über das Risiko einer  Zahlungsunfähigkeit in Europa.“</p>
<p>„Genauso wie Quebec aufgrund der  dortigen Sezessionsbestrebungen als hohes Risiko gewertet wird und hohe  Prämien zahlen muss, um sich Geld zu leihen, so rechnet das  internationale Finanzkapital schon vor der Einführung mit einem  Zusammenbruch der WWU. Man kalkuliert damit, dass die Politik der  Sparmaßnahmen solche sozialen Unruhen auslösen könnte, dass sie wieder  zusammenbrechen würde. Beginnend mit Ländern wie Italien oder Finnland  würden die schwächeren Länder der Reihe nach wegbrechen. Bei einer  Rezession würde das Ganze dazu tendieren, auseinanderzubrechen.“  (Hervorhebungen durch den Verfasser)</p>
<p>Das schrieben wir 1997. Zu  der Zeit war Griechenland noch nicht Mitglied der Eurozone, weswegen wir  dachten, dass die schwächsten Glieder in der Kette Italien, Spanien,  Portugal und Finnland seien. Aber die generelle Stoßrichtung unserer  Argumentation war absolut richtig, obwohl sie im völligen Gegensatz zur  allgemein optimistischen Stimmung in Bezug auf den Euro und die  europäische Einigung stand, die zu dieser Zeit vorherrschte. Damals  standen sogar einige unserer UnterstützerInnen dieser Perspektive  skeptisch gegenüber. Jetzt ist sie eine Tatsache.</p>
<p>Der Euro brach  im Vergleich zum Dollar seit November um 9,9 Prozent ein, was die Sorge  verdeutlicht, dass Länder wie Griechenland es nicht schaffen werden,  ihre Haushaltsdefizite zu senken. Die Einheitswährung und Wertpapiere in  der Region fielen weiter, als die europäischen Politeliten sich trafen,  um Pläne zur Verteidigung Griechenlands zu diskutieren. Die Investoren  jedoch waren nicht beeindruckt und monierten, dass der Plan nicht  detailliert genug sei.</p>
<p>Laut dem Strategen der ‚Societe Generale’  Albert Edwards sind die schwachen kapitalistischen Ökonomien Südeuropas  „gefangen in einer überbewerteten Währung und werden durch ihre geringe  Wettbewerbsfähigkeit erstickt, eine Situation, die zum  Auseinanderbrechen des Euro-Blocks führen wird“ (12. Februar, Bloomberg-  Report). Das Problem für Länder wie Portugal, Spanien und Griechenland  „ist, dass über Jahre unangemessen niedrige Zinssätze zu Überhitzung und  rapider Inflation führten“. Jetzt würde, meint Edwards, sogar wenn die  Regierungen „ihre Haushaltsdefizite reduzieren könnten, der Mangel an  Wettbewerbsfähigkeit innerhalb der Eurozone dazu führen, dass Jahre der  relativen (und wenn man die Aussichten andernorts betrachtet, vermutlich  absoluten) Deflation nötig wären. Jede Hilfe an Griechenland würde das  unvermeidliche Aufbrechen der Eurozone nur hinauszögern.“  (Hervorhebungen durch den Verfasser)</p>
<p>Gefahr von mehr Staatspleiten</p>
<p>Es ist nicht sicher,  dass die derzeitige Krise zu einem schnellen Untergang des Euro führen  wird. Es steht zu viel auf dem Spiel für die französische und deutsche  Bourgeoisie, die alles tun werden, um die gemeinsame Währung zu stützen.  Wenn sich aber die Krise vertieft, wird sich die Situation verändern.</p>
<p>Wir  befinden uns in einer sehr ernsten Situation für ganz Europa. Die  Gefahr ist, wenn Griechenland der Staatspleite überlassen wird, könnte  das eine Welle weiterer Zahlungsunfähigkeiten auslösen, die nicht nur  Spanien, Portugal, Italien und Irland betreffen könnten, sondern sogar  Großbritannien. Das würde zum sofortigen Zusammenbruch der jetzt schon  kraftlosen Wirtschaftserholung in Europa führen und die Auswirkungen  wären auf der ganzen Welt zu spüren. Das erklärt die Besorgnis der  europäischen Spitzenpolitiker.</p>
<p>Es gab Spekulationen über ein von  Deutschland geführtes Rettungsmodell. Dies ist aber problematisch. Wenn  es angewandt wird, könnten andere europäische Länder folgen, die  unterwürfig um Unterstützung anfragen würden. Die Wertpapiermärkte sind  sich dessen bewusst, dass das Problem auf keinen Fall nur auf  Griechenland reduzierbar ist. Die internationalen Gläubiger sind in  steigendem Maße verunsichert über die Kreditwürdigkeit von Spanien,  Irland und Portugal und es gibt Spekulationen über den Zustand der  britischen Staatsfinanzen. Es ist eine Sache, das relativ kleine  Griechenland zu retten. Aber was wird passieren, wenn Spanien, Portugal,  Irland oder sogar Großbritannien an der Reihe sind?</p>
<p>Um den  Märkten zu versichern, dass diese Länder fähig und willig sind, ihre  Schulden zurückzuzahlen, bestehen die internationalen Kredithaie darauf,  dass sie die Steuern erhöhen und die Ausgaben kürzen. Aber so eine  Politik ist eine vorprogrammierte Katastrophe für Ökonomien, die immer  noch in einer Rezession gefangen sind und eine steigende  Arbeitslosigkeit verzeichnen. „Das ist Wahnsinn. Wenn wir jetzt die  Ausgaben kürzen, wird das die Erholung auslöschen!“ Aber die Klagelieder  der Keynesianer dringen nicht zu den eisigen Herzen der internationalen  Banker durch, die nur daran interessiert sind, ihr Geld zurück zu  bekommen – mit einer ordentlichen Verzinsung, wie sich versteht.</p>
<p>Europas  Probleme sind nicht die einzigen Gründe für Besorgnis. China hat,  besorgt über steigende Inflation und Finanzblasen, gerade erst begonnen,  die Kreditvergabe einzuschränken. Indiens Zentralbank hat die  erforderliche Kapitaldeckung für Banken erhöht und Brasiliens  Konjunkturpaket wird eingestellt. Die großen Zentralbanken ziehen sich  von der Politik des „quantitative easing“ zurück, sie drucken Geld, um  längerfristige Sicherheiten zu kaufen und die auf den Höhepunkt der  Krise beschlossenen Liquiditätshilfen laufen jetzt aus.</p>
<p>Nachdem  der hauptsächliche (wenn nicht sogar der einzige) Motor der „Erholung“  die Staatsausgaben waren, ruft das Bedenken bei den Investoren hervor,  die, wie wir wissen, nicht durch rationale Überlegungen gesteuert  werden, sondern durch den selben Herdeninstinkt wie die Gnus der  afrikanischen Savannen, die plötzlich in Panik geraten. Es gibt bereits  Zeichen einer solchen Veränderung. Die Preise von Anleihen und die  Aktienmärkte sind stark gefallen, auch die Konsumgüterpreise sind  eingebrochen und es herrscht erhöhte Unsicherheit.</p>
<p>Der MSCI World  Index, der Aktien der ganzen Welt umfasst, ist seit seinem Höhepunkt am  14. Januar um 10 Prozent gefallen. Statt des früheren Optimismus über  eine V-förmige Erholung werden die internationalen Wirtschaftsmedien nun  von Pessimismus über eine W-förmige Rezession dominiert. Die  Befürchtungen wachsen, dass die Regierungen gezwungen sein könnten,  Liquiditätshilfen zu früh zu streichen und die Erwartungen einer  Erholung 2010 sich in einer neuen Krise zerstäuben.</p>
<p>Die Zahlen  zum BIP der USA zeigen ein auf das Jahr umgerechnete Wachstum von 5,7  Prozent im vierten Quartal 2009. Aber diese Zahlen sind irreführend, da  das Wachstum vor allem durch Firmen, die ihre Lagerbestände auffüllen,  verursacht wurde. Die US-Wirtschaft baut immer noch Arbeitsplätze ab  (wenn auch langsamer), Aktienkurse fallen und der Immobilienmarkt ist  immer noch schwach. Es gibt keinerlei Anzeichen für ein Steigen des  Privatkonsums und mit jetzt schon hohen Überkapazitäten werden die  Unternehmen höchstwahrscheinlich ihre Investitionen nicht erhöhen.</p>
<p>In  Europa und Japan ist die Situation noch viel schlimmer. Obwohl sich  Japans Export erholt, rutschte die Wirtschaft zurück in eine Deflation.  In der Eurozone zeigte die Erholung schon lange vor der Krise  Griechenlands Schwächen.<br />
Offenkundig ist die Erholung nur in einigen  der „aufstrebenden“ Ökonomien wie Indien und Brasilien, die starke  Binnennachfrage und nur geringe Überkapazitäten hatten. China konnte  eine hohe Wachstumsrate durch eine enorme Erhöhung der  Direktinvestitionen der Regierung erhalten, aber deswegen ist seine  Wirtschaft auch sehr anfällig gegenüber einer plötzlichen Reduzierung  der Staatsausgaben. Die Aussichten für die Weltwirtschaft sind deswegen  extrem unsicher. Das ist es, was hinter den nervösen Investoren steckt.</p>
<p>Die  Wahrheit ist, dass der Aufschwung von Staatshilfen, Krediten und  Garantien der Banken sowie von Subventionen für Großunternehmen abhängt.  Vergleichbar mit einem klapprigen, alten Mann auf Krücken – so wird der  Kapitalismus von staatlichen Anreizen gestützt. Dies trifft vor allem  auf schwache kapitalistische Ökonomien wie Griechenland zu. Die  Spekulanten kreisen über dem Land wie Geier über einem verendenden Tier.  Wenn Griechenland untergeht, werden die Investoren ihr Vertrauen in die  anderen, stark verschuldeten Staaten wie Spanien, Portugal oder Irland  verlieren, was eine Kettenreaktion auslösen kann, die auch an den  robusteren Wirtschaften nicht spurlos vorübergehen wird.</p>
<p>Die  Gefahr ist, dass die großen, reichen Ökonomien die Fehler, die 1937 in  den USA oder 1997 in Japan begangen wurden, wiederholen werden: Die  Regierungen – im Glauben, das Schlimmste wäre vorbei, so dass Steuern  wieder erhöht und die Währungspolitik wieder gezügelt werden könne –  treiben ihre Ökonomien wieder zurück in die Rezession. Bürgerliche  Wirtschaftswissenschafter und Politiker wollen uns weiterhin weismachen,  dass sie die „Lektionen aus der Geschichte gelernt“ hätten. Doch die  Kapitalisten wiederholen regelmäßig die Fehler der Vergangenheit.</p>
<p>Die Krise der Bourgeoisie</p>
<p>Revolutionen  beginnen immer an der Spitze, mit Krisen und Spaltungen innerhalb der  herrschenden Klasse. Die steigenden Konflikte in der US-amerikanischen  herrschenden Klasse zeigen, dass sie sich in einer Sackgasse befinden.  Die Konflikte zwischen Keynesianismus und Monetarismus, zwischen  Republikanern und Demokraten, sind ein Zeichen für die Tiefe dieser  Krise. Obama versucht, alles und jeden zu befriedigen, zeigt aber in  Wirklichkeit totale Ohnmacht. Die ständigen Schwankungen Obamas sind ein  Ausdruck von Unsicherheit und dem Fehlen wirklicher Perspektiven für  die Bourgeoisie als ein Ganzes. Er ist ein Meister darin, demagogisch  Hoffnung auszustrahlen und den einfachen US-AmerikanerInnen Hoffnung zu  geben. Aber seine Rhetorik ist frei von jedem echten Inhalt, und diese  Leere wurde durch die Ereignisse offengelegt.</p>
<p>Die Spaltungen und  Schwankungen der Bourgeoisien in Europa und den USA sind Spiegelbilder  der Tiefe der Krise. All ihre Hoffnungen legten sie in eine  Wirtschaftserholung. Das ist aber wie eine Fata Morgana, die jedes Mal  verschwindet, wenn man ihr näher kommt. Das zentrale Problem sind nicht  mangelnde Kredite; sondern die Überproduktion, die sich als  Überkapazität darstellt. Die Produktion bleibt weit unter ihrem  Potential. Das ist die größte Geißel des Kapitalismus und ein klarer  Beweis dafür, dass dieses System seine historische Zweckmäßigkeit  überlebt hat.</p>
<p>Die Stagnation der Produktivkräfte und der  unerbittliche Anstieg der Arbeitslosigkeit – selbst zu einer Zeit, wo  die Rezession beendet sein sollte – sprechen die gleiche Sprache. Die  Problematik der enormen und unhaltbaren Defizite von Griechenland,  Spanien und Portugal ist nicht der Grund, sondern nur eine Reflexion des  wirklichen Problems.</p>
<p>Die bürgerlichen Ökonomen haben nichts  vorhergesehen und nichts verstanden. Am 21. Oktober 2009 schrieb die  „Financial Times“: „Noch 2006 gab es die Übereinstimmung, dass die  Katastrophe, die sich entwickelte, einfach unmöglich sei.“ Sie  reagierten auf die Krise, die in ihren Vorstellungen „einfach unmöglich“  war, durch Maßnahmen, die sie ebenso als „einfach unmöglich“ ansahen,  nämlich riesige Geldmengen in das Finanzsystem zu pumpen und damit  Schuldenberge aufzutürmen, die ohne Beispiel in Friedenszeiten sind.</p>
<p>Jetzt  sagen dieselben Bürgerlichen, dass Defizite gefährlich sind und die  Regierungen sie durch brutale Angriffe auf die Lebensstandards unter  Kontrolle bringen müssen. Vom Standpunkt orthodoxer bürgerlicher  Ökonomen ist das unbestreitbar. Aber dann werden sie mit dem Widerspruch  im Regen stehen gelassen, dass jeder Versuch, so eine Politik  durchzuführen, in Sachen Wirtschaftswachstum den gegenteiligen Effekt  haben würde.</p>
<p>Die Bourgeoisie findet sich in einem unlösbaren  Dilemma gefangen. Auf dem Treffen der Finanzminister der G7 am 6.  Februar dieses Jahres kamen sie zu dem Schluss, dass es zu früh wäre,  Staatshilfen zurückzuziehen. Aber sie konnten sich nicht auf einen Plan  einigen, um eine finanzielle Katastrophe zu verhindern. Sie kennen nur  eine Lösung für die riesigen Defizite, die durch die Rettungsschirme für  des kapitalistische System verursacht wurden: eine Politik von brutalen  Kürzungen, einem Sparkurs und Konterreformen für eine ganze Generation.  Aber sie haben ein kleines Problem: So eine Politik wird auf den  Widerstand der Arbeiterklasse stoßen. Griechenland zeigt genau das.</p>
<p>Heutzutage  erachten es ArbeiterInnen in vielen Ländern als normal und als ein  automatisches Recht, dass sie, wenn sie mit 60 oder 65 zu arbeiten  aufhören, etwas Geld vom Staat bekommen. Aber im Kapitalismus ist das  nicht normal und auch kein automatisches Recht.</p>
<p>Die Länder der  Eurozone haben heute schon rekordverdächtige 110 Mrd. € an den  Finanzmärkten ausgeliehen und damit die Kreditkosten für die Länder mit  den schwächsten Staatsfinanzen nach oben getrieben, da diese einen hohen  Preis für ihre riesigen Schuldenberge zahlen. Die Lösung der  Bourgeoisie besteht darin, eher die Ausgaben zu kürzen als die Steuern  zu erhöhen. Manche reden sogar davon, die staatlichen Renten komplett  abzuschaffen und auf lange Sicht wird das auch auf die Tagesordnung  gesetzt werden. Sie wird damit anfangen, die Lage durch Maßnahmen wie  die Erhöhung des Renteneintrittsalters zu testen. Frankreich bewegt sich  schon in diese Richtung und andere Länder folgen zögernd.</p>
<p>Was nun?</p>
<p>Der Kapitalismus  entwickelt sich in Auf- und Abschwüngen. An einem bestimmten Punkt wird  die kapitalistische Welt unausweichlich in eine Periode der  industriellen Erholung eintreten – In einigen Ländern haben wir schon  die ersten Anzeichen dafür gesehen. Das ist ein Naturgesetz in der  kapitalistischen Gesellschaft. Jedoch bedeutet eine wirtschaftliche  Erholung keineswegs die Wiederherstellung des Gleichgewichts der  Klassenverhältnisse in der Gesellschaft. Das wird durch die Krise des  griechischen Kapitalismus bewiesen, wie die „Financial Times“ klar  erkennt:</p>
<p>„Die Turbulenzen in Griechenland spiegeln die  Ungleichgewichte in den 16 Euroländern wider, und jeder wird dazu etwas  beitragen müssen, diese Krise wieder unter Kontrolle zu bringen. Konkret  haben Griechenland und ein paar andere Länder – besonders Portugal und  Spanien – sehr große Leistungsbilanzdefizite, während Deutschland,  Europas Exportweltmeister und die größte Ökonomie in der Eurozone, dazu  tendiert, große Leistungsbilanzüberschüsse zu erzielen. Das griechische  Defizit betrug im dritten Quartal 2009 außerordentliche 12% des BIP,  während das Portugals bei 10% lag.“ (FT, 1. Februar 2010)</p>
<p>Die  griechische Krise ist ohne Zweifel die gefährlichste in der Geschichte  der Eurozone. Die höchsten Amtsträger der EU forderten Griechenland dazu  auf, die Lohnkosten zu senken, die Rentenreform voranzutreiben und 10%  der Ausgaben einzusparen, um sich aus der derzeitigen misslichen Lage zu  befreien. Papandreou hat einen Deal mit den konservativen  Oppositionsführern gemacht, um soziale Unruhen zu verhindern. Aber die  Aussicht von drei Jahren ökonomischer Entbehrungen ist ein vollendetes  Rezept für eine Explosion des Klassenkampfes in Griechenland.</p>
<p>Das  verstehen die ernsthaften Strategen des Kapitals wie Edwards, der  schreibt: „Anders als Japan oder die USA gibt es in Europa eine  bedauerliche Tendenz zu Unruhen im Falle von extremen wirtschaftlichen  Leid,“ Die Staaten in Südeuropa mit den schwächsten Finanzen „einer  langen Periode von Deflation“ auszuliefern würde „höchstwahrscheinlich  eine zu harte Prüfung für diese Staaten darstellen.“</p>
<p>Die  herrschende Klasse und die EU üben gewaltigen Druck auf die Führung der  PASOK aus, welche, mit der Ausrede von Schulden und Defizit, versuchen  wird, ein hartes Sparprogramm durchzudrücken. Das provoziert eine starke  Reaktion aus der Arbeiterklasse, die für die PASOK gestimmt hat und  jetzt in einen Kampf zur Erhaltung ihres Lebensstandards eintritt. Am  10. Februar legten Beschäftigte im öffentlichen Dienst, von den Lehrern  bis zu den Beschäftigten der Müllabfuhr, ihre Arbeit in ganz  Griechenland nieder. Proteste griechischer Bauern sind sogar noch  militanter. Ihre Traktoren blockieren seit drei Wochen viele griechische  Autobahnen und den Hauptgrenzübergang nach Bulgarien.</p>
<p>Die  PASOK-Führung versucht, ein Programm von harten Maßnahmen, wie dem  Erhöhen von Massensteuern und der Drosselung von Ausgaben,  durchzudrücken. Die letzten Oktober abgewählte konservative Opposition  unterstützt dies aus vollem Herzen. Ihr Chef, Antonis Samaras, dankte  dem Präsidenten der Europäischen Kommission José Manuel Barroso für  seine „konstruktive Einstellung“. Aber der Konsens wird nicht halten.  Die Lohnkürzungen werden viel Leid verursachen und die Bourgeoisie  bereitet sich jetzt auf die „Reform“ des Rentensystems vor, die das  durchschnittliche Renteneintrittsalter in Griechenland von 58 auf 63  Jahre anheben soll. Sogar diese Maßnahmen werden nicht genügen, um die  „Produktivität und Effizienz“ so zu steigern, wie die Bürgerlichen es  verlangen.</p>
<p>Die griechische Regierung hat eine umfassende  Überarbeitung des Steuersystems angekündigt, die auch eine verstärkte  Besteuerung der Reichen beinhalten soll. Aber für die Reichen bieten  sich tausend Wege, dem Zahlen von Steuern zu entgehen – gerade in  Griechenland. Das zentrale Problem ist die Tiefe der Rezession, die,  trotz aller hoffnungsfrohen Vorhersagen nicht überwunden ist. Die  jetzige Erholung ist schwach und instabil.</p>
<p>Die Bank für  Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), die die Bank of England, die US  Federal Reserve und die Europäische Zentralbank beinhaltet, befürchtet,  dass die Probleme der Banken weltweit noch lange nicht gelöst sind und  leicht einen so genannte „double dip“ oder „W-förmigen“ Abschwung  auslösen könnten. „Ein erhebliches Risiko ist dabei, dass der jetzige  Stimulus nur zu einem vorübergehenden Ansteigen des Wachstums führen  wird, gefolgt von einer längerfristigen Stagnation.“ Eine L-förmige  Rezession wäre sogar noch schlimmer als die jetzige Situation. Sie würde  eine Periode der „Stagflation“ andeuten, wie die, die Japan in den  1990ern erlebt hat.</p>
<p>Die Tinte auf einer Erklärung, die die  europäischen PolitikerInnen zur Unterstützung Griechenlands in seinem  Kampf um die Fortsetzung der Schuldenbedienung abgegeben hatten, war  noch nicht trocken, da gab es schon wieder neue schlechte Nachrichten  aus der Eurozone. Zahlen, die am Freitag, dem 12. Februar veröffentlicht  wurden, zeigten, dass das BIP in den drei Monaten bis Ende Dezember in  den 16 Staaten der gemeinsamen Währung nur um 0,1% gegenüber dem  Vorquartal stieg. Dass überhaupt ein Anstieg zu verzeichnen war, ist vor  allem Frankreich zu verdanken, wo ein Anstieg der Konsumausgaben die  Wirtschaft um 0,6% ansteigen ließ. In den anderen großen Staaten der  Region stagnierte das BIP entweder – wie es in Deutschland der Fall war –  oder sank sogar, wie in Italien oder Spanien.</p>
<p>Frankreich steht  vor allem wegen der starken Rolle, die der Staat in der Wirtschaft  spielt, gut da. Die Regierungsinvestitionen stiegen im vierten Quartal  um 0,7%, nach ähnlichen Raten in den beiden vorherigen Quartalen. Aber  Frankreich wird diese Wachstumsraten nicht beibehalten können. Das  Budgetdefizit betrug letztes Jahr 8% des BIP: Frankreich ist kaum ein  Modell für Finanzdisziplin und könnte damit zu kämpfen haben, seine  steigenden Schulden in den Griff zu bekommen.</p>
<p>In Spanien fiel das  BIP im vierten Quartal um 3,1%, auf das Jahr umgerechnet, und die  Nachfrage wird gedrückt durch die Schulden, die im langen Immobilienboom  aufgehäuft wurden. Die Arbeitslosenrate liegt bei knapp 20%. Zapatero  hat versucht, Konflikten mit den Gewerkschaften aus dem Weg zu gehen,  aber ist jetzt dem mitleidslosen Druck der Anleihenmärkte ausgeliefert.  Das bedeutet, dass er zu Kürzungen und Konter-Reformen gezwungen sein  wird. Es gibt keine Zweifel, dass die spanischen ArbeiterInnen genauso  wie ihre griechischen Kollegen reagieren werden.</p>
<p>Die Finanzkrise  in Griechenland hat den Druck auf andere Länder erhöht, ihre Finanzen in  den Griff zu bekommen. Das wird zwei Effekte haben: es wird das  Wachstum des BIP in der Eurozone bremsen und es wird überall zu einer  Intensivierung der Klassenkämpfe führen. Der rapide Anstieg der  Arbeitslosigkeit tendiert dazu, vorübergehend als eine Art Bremse für  ökonomische Streiks zu wirken, aber der sich anhäufende Unmut in der  Gesellschaft steigt und kann plötzlich ausbrechen, wie die jüngsten  Streiks in Griechenland zeigen.</p>
<p>Die anfänglichen Auswirkungen der  Krise bedeuteten in fast ganz Europa ein erhebliches Absinken der  Streikzahlen. Die ArbeiterInnen fürchteten, ihre Jobs zu verlieren und  hofften, bis zur nächsten Erholung durchzuhalten. Dieser Dämpfungseffekt  hält jedoch nicht ewig an. An einem bestimmten Punkt, an dem sich die  ArbeiterInnen bewusst werden, dass die Köpfe einziehen keine Lösung ist,  verwandelt er sich ins Gegenteil und aus Angst schlägt die Stimmung der  Arbeiter in Wut und das Verlangen um, sich zu wehren. Das ist es, was  wir jetzt in einigen Ländern Europas anfangen zu sehen. Und das ist es,  was die ernsthaften Strategen des Kapitals international besorgt.</p>
<p>„The  Economist“ schreibt:</p>
<p>„Es ist immer noch eine Frage, wie lange  die Bereitschaft [Steuererhöhungen zu akzeptieren] anhalten wird, da die  GriechInnen die Kosten der Rezession berechnen. Die Banken haben die  Kreditvergabe an die KonsumentInnen und kleine Unternehmen abgeklemmt.  Die Anzahl der geplatzten Schecks hat Rekordmarken erreicht. In so einer  Situation könnte das Gefühl der nervösen Beklemmung einer aufkochenden  Unmut weichen.“</p>
<p>Und der Artikel fährt fort:</p>
<p>„[...Papandreou]  bewegt sich auf einem Drahtseil. In einem Land, das Europas schwerste  Unruhen der letzten Zeit vor gerade mal einem Jahr erlebte, ist der  soziale Friede fragil. Aber die größte Gefahr geht von Randgruppen aus,  etwa Ultralinken und desillusionierte Jugendlichen, nicht von den  etablierten Gewerkschaften oder Parteien.“ („The Economist“, 12.  Februar, Hervorhebungen durch den Verfasser)</p>
<p>Diese Äußerungen  sind auf jedes Land in Europa zu übertragen. Griechenland ist nur  insofern ein Spezialfall, als es eines von mehreren schwachen Gliedern  des europäischen Kapitalismus ist. Aber in allen Ländern Europas  unterstützen die bürgerlichen Parteien Einschnitte in den Lebensstandard  der ArbeiterInnen „um die Krise zu lösen“ und die reformistischen  Parteiführungen fügen sich gehorsam, manche widerwillig (Zapatero),  manche begeistert (Brown). Die ArbeiterInnen werden nicht ruhig dabei  zusehen, wie alle sozialen Errungenschaften der letzten 50 Jahre  zerstört werden. Wir sehen bereits den Beginn einer großen Bewegung in  Griechenland. In der nächsten Zeit wird sich dies in einem europäischen  Land nach dem anderen wiederholen.</p>
<p>London, der 15. Februar 2010</p>
<p>Dieser  Artikel erschien erstmals unter dem Titel <a href="http://www.marxist.com/greek-crisis-and-euro.htm">Euro crisis  confirms Marxist perspectives</a></p>
<p>Quelle: <a href="http://www.derfunke.de">www.derfunke.de</a></td>
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<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/blinkfuer.wordpress.com/275/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/blinkfuer.wordpress.com/275/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/blinkfuer.wordpress.com/275/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/blinkfuer.wordpress.com/275/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/blinkfuer.wordpress.com/275/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/blinkfuer.wordpress.com/275/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/blinkfuer.wordpress.com/275/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/blinkfuer.wordpress.com/275/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/blinkfuer.wordpress.com/275/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/blinkfuer.wordpress.com/275/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/blinkfuer.wordpress.com/275/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/blinkfuer.wordpress.com/275/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/blinkfuer.wordpress.com/275/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/blinkfuer.wordpress.com/275/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=blinkfuer.wordpress.com&amp;blog=9701225&amp;post=275&amp;subd=blinkfuer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Gedenkkundgebung zum 8. Mai auf dem Friedhof des ehem. KZ Esterwegen</title>
		<link>http://blinkfuer.wordpress.com/2010/04/13/gedenkkundgebung-zum-8-mai-auf-dem-friedhof-des-ehem-kz-esterwegen/</link>
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		<pubDate>Tue, 13 Apr 2010 17:45:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>blinkfuer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Emsland]]></category>
		<category><![CDATA[Niedersachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Ostfriesland]]></category>
		<category><![CDATA[Antifaschismus]]></category>
		<category><![CDATA[Gesenkkundgebung]]></category>
		<category><![CDATA[KZ Esterwegen]]></category>
		<category><![CDATA[Tag der Befreiung]]></category>

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		<description><![CDATA[Befreiung An die Befreiung des Lagers Fullen im April 1945 erinnert sich Umberto Olombardi: „Die Freiheit erreichte uns plötzlich am 5. April. (&#8230;) Sie sind nicht mehr da, sie sind weg – raunte mir einer zu, der fast die ganze Tür ausfüllte, um mich zurückzuhalten. (&#8230;) Die Wachtürme an den Ecken waren leer und verlassen. [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=blinkfuer.wordpress.com&amp;blog=9701225&amp;post=270&amp;subd=blinkfuer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blinkfuer.files.wordpress.com/2010/04/20101.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-272" title="2010" src="http://blinkfuer.files.wordpress.com/2010/04/20101.jpg?w=212&#038;h=300" alt="" width="212" height="300" /></a></p>
<p style="text-align:center;">Befreiung</p>
<p style="text-align:center;">
<p style="text-align:center;">An die Befreiung des Lagers Fullen im April 1945 erinnert sich Umberto<br />
Olombardi:</p>
<p style="text-align:center;">
„Die Freiheit erreichte uns plötzlich am 5. April. (&#8230;) Sie sind nicht<br />
mehr da, sie sind weg – raunte mir einer zu, der fast die ganze Tür<br />
ausfüllte, um mich zurückzuhalten. (&#8230;) Die Wachtürme an den Ecken<br />
waren leer und verlassen. Entlang des Zaunes Leere und Stille. Nur wer<br />
monatelang auf den Türmen des Lagers das kalte deutsche Gesicht unter<br />
dem Helm gesehen hatte und den dunklen Lauf des auf uns gerichteten<br />
Maschinengewehrs, kann begreifen, warum ich in dem Moment Angst hatte.<br />
Ja, sie waren überstürzt abgehauen. (&#8230;)</p>
<p style="text-align:center;">
Drei Tage blieben wir freiwillig im Lager, ohne jemanden zu sehen. (&#8230;)<br />
Am Morgen des vierten Tages stand ich mit Bertoli am Waschbecken und<br />
reinigte den Napf, als ich ein großes Stimmengewirr hörte. (&#8230;) Wir<br />
stellten schlagartig die Blechnäpfe ab und rannten aus der Baracke.<br />
(&#8230;) Dort auf dem Platz waren drei Panzerspähwagen zwischen den<br />
grau-grünen Lumpen einer verrückt gewordenen Menge. (&#8230;) Von den Wagen<br />
herunter schauten uns drei kanadische Soldaten verwundert an“</p>
<p style="text-align:center;">(aus: Die Brücke, Nr. 4-5, 1955, abgedruckt in: Nel cinquantenario della<br />
liberazione 1945-1995, hrsg. v. A.N.E.I, Rom 1995).</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/blinkfuer.wordpress.com/270/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/blinkfuer.wordpress.com/270/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/blinkfuer.wordpress.com/270/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/blinkfuer.wordpress.com/270/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/blinkfuer.wordpress.com/270/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/blinkfuer.wordpress.com/270/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/blinkfuer.wordpress.com/270/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/blinkfuer.wordpress.com/270/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/blinkfuer.wordpress.com/270/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/blinkfuer.wordpress.com/270/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/blinkfuer.wordpress.com/270/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/blinkfuer.wordpress.com/270/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/blinkfuer.wordpress.com/270/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/blinkfuer.wordpress.com/270/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=blinkfuer.wordpress.com&amp;blog=9701225&amp;post=270&amp;subd=blinkfuer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Demokratie in Ostfriesland &#8211; Strafbefehl wegen Demo</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Apr 2010 07:39:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>blinkfuer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Die LINKE]]></category>
		<category><![CDATA[Niedersachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Ostfriesland]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>

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		<description><![CDATA[Demokratie &#8211; Made in Germany Wenn ein Landkreis eine Pro-Kopf-Verschuldung von 513 Euro aufweist, das sind 52% über dem Landesdurchschnitt in Niedersachsen, sollte man meinen, die Verantwortlichen würden jeden Euro zwei Mal umdrehen, bevor sie ihn ausgeben.  Nicht so der Landkreis Wittmund in Ostfriesland. Zur Verabschiedung des Landrats in den Ruhestand wurde am 02.11.09 eine [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=blinkfuer.wordpress.com&amp;blog=9701225&amp;post=267&amp;subd=blinkfuer&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Demokratie &#8211; Made in Germany</p>
<p>Wenn ein Landkreis eine Pro-Kopf-Verschuldung von 513 Euro aufweist, das sind 52% über dem Landesdurchschnitt in Niedersachsen, sollte man meinen, die Verantwortlichen würden jeden Euro zwei Mal umdrehen, bevor sie ihn ausgeben.  Nicht so der Landkreis Wittmund in Ostfriesland. Zur Verabschiedung des Landrats in den Ruhestand wurde am 02.11.09 eine Abschiedsfahrt von Bensersiel nach Langeoog organisiert, zu der 300 Gäste aus Politik, Verwaltung und Justiz eingeladen waren.</p>
<p>Die LINKE im Kreis Wittmund beschloss am Tag vor der Fahrt gegen die Verschwendung von BürgerInnengeldern zu protestieren. Sieben DemonstrantInnen standen in Bensersiel an der Mole und hielten ein Transparent mit der Aufschrift &#8222;Die Bürger sind nicht eingeladen, müssen aber wie immer die Zeche zahlen&#8220; hoch,, als die &#8222;Prominenz&#8220; das Schiff betrat, drei weitere empfingen die Gäste auf Langeoog mit einem Transparent und einer Fahne, unter ihnen befand sich der Kreistagsabgeordnete Bernd Mayer.</p>
<p>Jetzt erhielt Mayer einen Strafbefehl in Höhe von 600 Euro, 30 Tagessätze zu 20 Euro, weil er die Demonstration nicht angemeldet hatte. Falls Mayer diese Strafe plus 63,50 Euro Verwaltungsgebühren nicht zahlt, drohen ihm 30 Tage Haft.</p>
<p>Bernd Mayer hat gegen den Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Aurich Widerspruch eingelegt und die Die LINKE in Niedersachsen wird ihn juristisch unterstützen. Der gelernte Hochbautechniker Mayer ist Hartz-IV-Empfänger und finanziell nicht in der Lage einen solch hohen Betrag zu zahlen. &#8222;600 Euro ist für uns ein Riesenbatzen. Davon lebt meine Familie einen Monat,&#8220; so Mayer in einem Interview mit der Ostfriesen-Zeitung.  Mayer bezeichnet das Vorgehen der Staatsanwaltschaft Aurich, deren leitender Oberstaatsanwalt Kramer übrigens Teilnehmer der 12.000 Euro teuren Abschiedsfahrt war, als Unding, da überhaupt kein Schaden entstanden sei. &#8222;Mit einer Ordnungsstrafe von 15 Euro hätte er sich noch zufriedengegeben.&#8220;</p>
<p>Auf die Frage, warum die Demonstration nicht rechtzeitig angemeldet worden sei, erklärte Bernd Mayer, diese sei erst am Tag vor der Fahrt beschlossen worden und somit sei keine Zeit mehr gewesen, die Behörden zu informieren.</p>
<p>Es ist klar, dass sich diese Maßnahme  in erster Linie gegen Die LINKE und deren bekanntesten Vertreter im Landkreis Wittmund richtet. Hätten 50 Bauern und Bäuerinnen auf der Mole gestanden und gegen die niedrigen Milchpreise demonstriert, wäre die Staatsanwaltschaft Aurich schnellstens zur Tagesordnung übergegangen und hätte den Vorgang ignoriert.</p>
<p>Die LINKE im Kreisverband Leer solidarisiert sich mit Bernd Mayer und den Wittmunder GenossInnen und fordert von der Auricher Staatsanwaltschaft die sofortige Rücknahme des Strafbefehls.</p>
<p>Tony Kofoet</p>
<p>Die LINKE, KV Leer</p>
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